|
02.02.2026
09:59 Uhr
|
Wegen der Terrorlistung der Revolutionsgarden hat der Iran alle EU-Botschafter vorgeladen. Europäische Armeen sollen im Iran künftig ebenfalls als Terroreinheiten gelten.

Als Reaktion auf die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation hat der Iran nach eigenen Angaben die Botschafter aller europäischen Länder einbestellt. "Gestern und heute wurden alle europäischen Länder und EU-Mitgliedstaaten mit Botschaften in Teheran ins Außenministerium einbestellt", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai bei einer Pressekonferenz. Es sei das "Mindeste", weitere Reaktionen würden folgen. Bereits am Sonntag hatte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf mitgeteilt, dass der Iran Armeen europäischer Staaten fortan ebenfalls als Terrororganisationen betrachtet werde. Im Parlament trugen Abgeordnete aus Solidarität Uniformen der Revolutionsgarden, einige riefen Videoaufnahmen iranischer Medien zufolge "Tod für Amerika" und "Tod für Israel". Die EU hatte die Revolutionsgarden in der vergangenen Woche auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt . Über die Einstufung war wegen der Verwicklung der Revolutionsgarden in Gewalt im Inland und Terrorismus im Ausland zuvor jahrelang diskutiert worden. Hintergrund der Entscheidung der vergangenen Woche war schließlich das brutale Vorgehen der iranischen Einsatzbehörden gegen Demonstrierende während der jüngsten Protestwelle im Iran. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Tausende Menschen getötet und Tausende weitere festgenommen. Iran signalisiert Bereitschaft zu Verhandlungen mit den USA Im Zuge der Niederschlagung der Proteste hatte sich auch der Konflikt zwischen dem Iran und den USA verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte dem Regime in Teheran wiederholt mit einem Angriff und forderte es auf, sich auf neue Verhandlungen über sein Atomprogramm einzulassen. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei teilte nun mit, in den kommenden Tagen werde über einen "Rahmen" für Verhandlungen mit den USA entschieden. Derzeit würden "die Details des diplomatischen Prozesses geprüft und finalisiert", um "hoffentlich in den nächsten Tagen" einen Arbeitsrahmen für Verhandlungen mit den USA vorstellen zu können. Nachbarländer in der Region stünden derzeit als Vermittler "im Austausch zwischen Botschaften" bereit. Die USA und der Iran unterhalten seit rund 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Am Wochenende signalisierten sowohl Trump als auch die iranische Führung grundsätzlich Gesprächsbereitschaft , tauschten zugleich jedoch erneut Drohungen aus. Das Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, warnte für den Fall eines US-Angriffs vor einem "regionalen Krieg" . CDU-Politiker hält US-Angriff auf Iran für möglich Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte, er halte einen US-Angriff auf den Iran für wahrscheinlich , wenn die iranische Führung nicht bald Verhandlungsbereitschaft zeige. "Dann wird Israel gemeinsam mit den USA gegen den Iran vorgehen", prognostizierte Kiesewetter im ZDF- Morgenmagazin . "Das kann eine Frage von Wochen sein." Kiesewetter verwies auf eine vielfältige Bedrohung durch den Iran, etwa durch das Raketen- und das Nuklearprogramm, die Unterstützung von Terrorgruppen im Ausland sowie die Verweigerung der Anerkennung des Existenzrechts Israels. "Diese Mischung ist international im Golf nicht erträglich. Deshalb werden wir mit einem Eingreifen rechnen müssen."