Zeit 03.02.2026
16:18 Uhr

EU-Sanktionen gegen Russland: Verdächtige wegen mutmaßlich illegaler Exporte nach Russland in U-Haft


Fünf Verdächtige eines mutmaßlichen Beschaffungsnetzwerks für Russland sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen systematisch EU-Sanktionen umgangen haben.

EU-Sanktionen gegen Russland: Verdächtige wegen mutmaßlich illegaler Exporte nach Russland in U-Haft
Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Haftbefehle gegen fünf mutmaßliche Mitglieder eines Beschaffungsnetzwerks für Russland in Vollzug gesetzt. Die Bundesanwaltschaft hatte die Männer am Montag in Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg festnehmen lassen . Die Ermittler werfen den Beschuldigten vor, über ein Lübecker Handelsunternehmen Güter beschafft und nach Russland exportiert zu haben, um Embargobestimmungen der Europäischen Union zu umgehen. Die Ausfuhrbeschränkungen sind ein zentraler Bestandteil der Sanktionen, mit denen die EU auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben. Der Gesamtwert der Geschäfte liegt laut Bundesanwaltschaft bei mindestens 30 Millionen Euro. Zu den Endabnehmern gehören demnach mindestens 24 sanktionierte russische Rüstungsunternehmen. Scheinabnehmer inner- und außerhalb der EU Zur Verschleierung der Lieferungen sollen mindestens eine weitere Scheinfirma in Lübeck sowie Scheinabnehmer innerhalb und außerhalb der EU genutzt worden sein. Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie gewerbsmäßige Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vor. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein deutsch-russischer Geschäftsführer des Lübecker Unternehmens. Ihm werden laut Bundesanwaltschaft allein mehr als 70 Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Neben den fünf Festgenommenen gibt es fünf weitere Beschuldigte, die auf freiem Fuß sind. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass hinter dem Beschaffungsnetzwerk auf russischer Seite staatliche Stellen standen. Das Verfahren wurde nach Angaben der Behörde in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst geführt. Die polizeilichen Ermittlungen liegen beim Zollkriminalamt. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine in unserem Liveblog .