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13.01.2026
11:34 Uhr
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Nach mehr als 25 Jahren haben sich die 27 EU-Mitgliedsstaaten auf das Freihandelsabkommen geeinigt. In Frankreich gingen mehrere Hundert Landwirte dagegen auf die Straße.

In Paris haben am Morgen Landwirte mit rund 150 Traktoren gegen das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten protestiert. Am Freitag hatten sich die 27 Mitgliedsstaaten der EU nach mehr als 25 Jahren auf das Freihandelsabkommen geeinigt. Frankreich und weitere Länder stimmten dagegen. Die Landwirte fürchten die Konkurrenz durch günstigere südamerikanische Produkte. Nach Europa exportieren die Mercosur -Länder Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe. Die Europäer liefern unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik. EU-Kommission hofft auf deutlich mehr Exporte Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass die meisten Zölle zwischen der EU und den südamerikanischen Ländern wegfallen. Die EU-Kommission erhofft sich dadurch eine Steigerung der EU-Exporte in die Mercosur-Staaten von bis zu 39 Prozent. Am Samstag soll das Freihandelsabkommen in Paraguay unterzeichnet werden. Dafür wollen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa anreisen. Das EU-Parlament muss dem Abkommen allerdings noch zustimmen. Italiens Zustimmung war ausschlaggebend Ursprünglich sollte das Abkommen bereits vor Weihnachten in Brasilien unterzeichnet werden. Damals kam die notwendige Mehrheit im Rat der EU-Mitgliedsstaaten allerdings noch nicht zustande. Italien knüpfte seine Zustimmung an weitere Unterstützungszusagen an europäische Landwirte. Die Zusage Italiens war ausschlaggebend, weil mit Frankreich und Polen zwei große EU-Staaten das Abkommen in der Form ablehnen. Es brauchte jedoch eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 15 Staaten, die 65 Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Kritiker des Abkommens fürchten, europäische Landwirte könnten in einen Preiskampf gezwungen werden. Außerdem könnte das Abkommen die Regenwaldzerstörung in Südamerika fördern. Die EU-Kommission weist das zurück und sagt, dass weiter nur Produkte, die den umfangreichen europäischen Vorschriften entsprechen, in die EU eingeführt werden dürften.