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19.01.2026
17:53 Uhr
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Mehr als 50 EU-Abgeordnete haben sich in einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt. Sie solle in europäische Alternativen zu US-Netzwerken wie X investieren.

Die EU-Abgeordneten Alexandra Geese (Grüne Fraktion) und Veronika Cifrová Ostrihoňová (liberale Fraktion) haben gemeinsam mit gut 50 Abgeordneten die EU-Kommission zum Aufbau eines eigenen "europäischen sozialen Netzwerks" aufgefordert. Der offene Brief an die EU-Kommissionspräsidentin, welcher der ZEIT vorliegt, ist von 54 Abgeordneten aus verschiedenen politischen Lagern unterzeichnet. Die Unterzeichnenden fordern die EU-Kommission auf, "in private europäische Initiativen zu investieren, die einheimische Innovationen im Bereich der sozialen Medien unterstützen, die Entwicklung von nutzerorientierten, in europäischem Besitz befindlichen Plattformalternativen zu ermöglichen und den Nutzern robuste Portabilitätsrechte für ihre Beiträge, Verbindungen und Interaktionen zu garantieren". Die Abgeordneten kritisieren, Millionen europäischer Bürger seien "an X gebunden, da es keine klare Alternative und keine einfache Möglichkeit für sie gibt, ihre Daten und die dort aufgebauten Verbindungen zu übertragen". Daran müsse sich schnell etwas ändern, schreiben die Unterzeichnenden. "Jetzt ist es an der Zeit, europäische Alternativen zu den dominierenden Social-Media-Plattformen zu unterstützen." Ziel einer europäischen Alternative zu X und anderen amerikanischen Netzwerken solle es sein, die "Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologieinfrastruktur" angesichts zunehmender Spannungen zwischen der EU und den USA zu verringern, schreiben sie. Diskussion um Grok im EU-Parlament Am Dienstag diskutiert das EU-Parlament über "KI-Deepfakes und sexuelle Ausbeutung in sozialen Medien". Anlass dafür ist der Skandal um den KI-Bot Grok des Techunternehmers Elon Musk. Grok hatte Nacktbilder und Bilder sexualisierter Gewalt an Frauen und Kindern generiert . Erst nach starkem Druck von verschiedener Seite reagierte X und gab bekannt, Vorkehrungen getroffen zu haben, damit so etwas nicht mehr möglich sei. Die EU-Kommission solle mögliche begangene Straftaten verfolgen und zur Anzeige bringen , fordern die Unterzeichner. Zudem solle sie sich von der Plattform zurückziehen. "Die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen sollten nicht auf einer Plattform kommunizieren, auf der Frauen nicht an der Debatte teilnehmen können, ohne bildbasierte sexuelle Gewalt zu riskieren."