Zeit 12.02.2026
12:09 Uhr

EU-Gipfel: Friedrich Merz fordert Wirtschaftsreformen in der EU


Der Bundeskanzler fordert vor Beginn informeller EU-Beratungen eine "wettbewerbsfähige Industrie" in Europa. Nötig sei, Regulierung "in allen Sektoren" abzubauen.

EU-Gipfel: Friedrich Merz fordert Wirtschaftsreformen in der EU
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat erneut Wirtschaftsreformen in der EU gefordert, durch welche die Europäische Union wettbewerbsfähiger werden soll. "Wir wollen diese Europäische Union schneller machen, wir wollen sie besser machen", sagte Merz vor Beginn informeller Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs auf Schloss Alden Biesen bei Lüttich. "Wir wollen vor allem dafür sorgen, dass wir eine wettbewerbsfähige Industrie in Europa haben." Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dringt auf rasche Beschlüsse zur Stärkung der europäischen Wirtschaft. Bis Juni müssten konkrete Entscheidungen getroffen werden, wie die EU wettbewerbsfähiger gemacht werden könne, sagte Macron an der Seite von Merz in Alden Biesen. Sollten die 27 Mitgliedsländer bis dahin keine Fortschritte machen, müsse man sich die Möglichkeit einer "verstärkten Zusammenarbeit" derjenigen Staaten offenhalten, die dafür bereit seien. Merz sagte mit Blick auf die Wirtschaftspolitik zwar, er freue sich, dass Macron und er sich "fast immer einig sind über diese Fragen". Allerdings verfolgen der Kanzler und Frankreichs Präsident unterschiedliche Ansätze. Merz will weniger Regulierung, Macron gemeinsame Schulden Dies ist am Mittwoch bei einem Industrietreffen im belgischen Antwerpen erneut deutlich geworden: Merz forderte dort einen systematischen Abbau der EU-Regulierung "in allen Sektoren". Macron pochte hingegen auf mehr Schutzmaßnahmen für die europäische Industrie und eine gemeinsame europäische Schuldenaufnahme, um Technologien finanzieren zu können. Dennoch gab sich Merz im Hinblick auf die anstehenden Gespräche optimistisch. "Ich rechne damit, dass wir heute einen Schritt nach vorne tun", sagte der Kanzler. Bei dem informellen Treffen in Alden Biesen soll der reguläre EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 19. März vorbereitet werden. Dort werde auch über Fragen der Finanzierung der EU gesprochen, sagte Merz mit Blick auf Macrons Forderung nach gemeinsamer Schuldenaufnahme. Die Gespräche sind unter anderem eine Reaktion auf Klagen der Industrie über die EU-Wirtschaft . Sie betreffen etwa hohe Energiepreise und niedrige Investitionen. Zudem beklagen Unternehmen einen zersplitterten EU-Finanzmarkt, langsame Genehmigungsverfahren und unterschiedliche Standards in zahlreichen EU-Ländern. Zu weiteren Themen der Gespräche sollen eine geplante vereinfachte Gesellschaftsform für Start-ups, ein Vorzug für europäische Firmen bei Ausschreibungen und eine Reform des CO₂-Preissystems gehören.