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28.01.2026
09:41 Uhr
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Der Winter in Deutschland verläuft Experten zufolge trockener als normal. Schnee und Frost begünstigten dies, mit möglichen Folgen für das Grundwasser und den Sommer.

Experten haben vor einem deutlich zu trockenen Winter mit möglichen Folgen für den Sommer gewarnt. "Mit Dürre verbindet man immer trocken und heiß, deswegen wird Dürre im Winter kaum wahrgenommen", sagte der Leiter des Deutschen Dürremonitors, Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Die Böden seien im Winter zwar grundsätzlich deutlich feuchter als im Sommer. Dennoch seien sie derzeit wesentlich trockener als normal, sagte Marx. Der November sei vor allem in der Mitte Deutschlands und der Dezember dann in ganz Deutschland zu trocken gewesen, hieß es weiter. Der Winter lag demnach bei 40 Prozent des normalen Niederschlags. Im äußersten Norden und in Regionen im Süden Deutschlands sei es eher normal gewesen, teils sogar etwas nasser als üblich. Gefrorene Böden können Wasser nicht aufnehmen Insgesamt hätten die Grundwasserstände in Deutschland flächig erst jetzt den Punkt erreicht, an dem sie wieder stiegen. Marx sprach von einer deutlichen Verzögerung. "Man kann sagen, dass der Winter jetzt für die Grundwassersituation ungünstig gestartet ist", teilte er mit. Auch Schneefälle und gefrorener Boden können die Trockenheit den Angaben nach begünstigen. Sie könnten dazu führen, dass Wasser ungenutzt auf der Oberfläche abfließe und beispielsweise in den Flüssen lande. Der gefrorene Boden könne das Tauwasser von oben nicht aufnehmen. "Lieber zwei bis acht Grad mit leichtem Regen, ein bisschen Schnee fürs Skifahren in den Mittelgebirgen und in den Alpen", sagte Marx. Das sei deutlich besser für das Grundwasser. Wie sich die Lage entwickle, hängt den Wissenschaftlern zufolge stark vom Verlauf der kommenden Monate ab. "Februar, März, April können kühl und nass werden – da kann sich das Grundwasser in drei Monaten deutlich erholen." Diese Zeitspanne habe im Winter 2023/24 gereicht, um das Grundwasser in Nordwestdeutschland auf historische Höchststände zu bringen. Teils kam es zu großflächigen Überschwemmungen. Zudem sei der Sommer entscheidend: Sollte es erneut einen trockenen und heißen Sommer geben, könnten vor allem Wälder weiter geschädigt werden, hieß es.