Zeit 17.12.2025
15:53 Uhr

Drohnenabwehr: Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern eröffnet


In Berlin haben Bund und Länder ein gemeinsames Zentrum zur Drohnenabwehr eröffnet. Künftig sollen Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendienste dort Einsätze koordinieren.

Drohnenabwehr: Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern eröffnet
Bund und Länder haben das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum in Berlin eingeweiht. In dem neuen Zentrum, das bei der Bundespolizei angesiedelt ist, sollen Vertreter der Sicherheitsbehörden, der Bundeswehr und der Nachrichtendienste Informationen austauschen und Einsatzmaßnahmen koordinieren, sagte Olaf Lindner von der Bundespolizei. Die Arbeit soll im Januar beginnen. Bei der Drohnenabwehr stehen vor allem Flughäfen, Bundeswehr-Standorte und Energieversorger im Fokus. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben die Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland zugenommen. "Wir gehen in weiten Teilen davon aus, dass diese Drohnen auch von feindlichen Mächten gesteuert sind", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Innenminister sehen Bundeswehr in der Pflicht Mit dem Abwehrzentrum sollen in Zukunft Spionage, Sabotage und Störungen des Luftverkehrs verhindert und Angriffe abgewehrt werden. Zuvor hatten sich Bund und Länder bei der Innenministerkonferenz darauf geeinigt, dass die Polizei die Abwehr größerer militärischer Drohnen nicht bewältigen kann . Dies sei grundsätzlich ein Fall für die Bundeswehr. Um deren Einsatz gegen solche Bedrohungen im Inland rechtlich abzusichern, hatte die Bundesregierung eine Reform des Luftsicherheitsgesetzes beschlossen, das sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet. Dabei geht es einerseits darum, unter welchen Voraussetzungen die Bundeswehr hier Amtshilfe für die Polizei leisten kann. Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, Drohnen nicht nur abzulenken, sondern auch abzuschießen. Vorbild für das Drohnenabwehrzentrum ist das gemeinsame Abwehrzentrum gegen islamistischen Terror, in dem Polizei, Nachrichtendienste und andere Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.