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22.11.2025
03:26 Uhr
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Bolivien hat angekündigt, mit der 2008 ausgewiesenen US-Antidrogenbehörde DEA zusammenzuarbeiten. Der neue Präsident Rodrigo Paz will Beziehungen mit den USA pflegen.

Boliviens Drogenbeauftragter Ernesto Justiniano hat die Rückkehr der 2008 ausgewiesenen US-Antidrogenbehörde DEA in das südamerikanische Land angekündigt. Die US-Behörde werde "sehr bald zurückkehren, weil es eine politische Verpflichtung gibt", sagte Justiniano der Nachrichtenagentur AFP. Demnach soll es vor allem darum gehen, wieder Informationen mit der DEA auszutauschen. Bolivien ist nach UN-Angaben der drittgrößte Kokainproduzent weltweit, nach Kolumbien und Peru. Die jährliche Produktion der Droge könne in Bolivien heute "etwa 300 Tonnen" betragen, warnte Justiniano. Das liegt an verbesserter Herstellungstechnik. Um ein Kilogramm Kokain herzustellen, brauche man heute 140 bis 160 Kilogramm Kokablätter. Früher seien es 345 Kilo gewesen. Mit einem Hektar illegalem Kokaanbau lässt sich demnach "mehr als doppelt so viel Kokain produzieren wie vor 20 Jahren". Justiniano sprach von "alarmierenden" Zahlen. Öffnung für internationale Zusammenarbeit nach dem Machtwechsel Der bolivianische Drogenbeauftragte forderte eine engere Zusammenarbeit – nicht nur mit den USA , sondern auch mit den Ländern der Region sowie mit Europa . "Alle, die mit uns zusammenarbeiten möchten, sind willkommen, und wir werden mit der ganzen Welt zusammenarbeiten", sagte Justiniano. "Wir werden kein isoliertes Land mehr sein, kein Land, das sich nur mit sich selbst beschäftigt und nur aus politischer Notwendigkeit handelt." Den politischen Wandel in Bolivien hatte der neue Präsident Rodrigo Paz eingeleitet: Er verkündete die Öffnung des Landes und nahm die Beziehungen zu den USA wieder auf. Die neue Regierung hat zudem angekündigt, entschlossen gegen den Kokaanbau und die Drogenkartelle vorzugehen. Der wirtschaftsfreundliche Christdemokrat Paz trat sein Amt Anfang November an. Zuvor hatten 20 Jahre lang linksgerichtete Politiker das Land regiert. Der ehemalige Staatschef Evo Morales hatte die Beziehungen zu den USA im Jahr 2008 abgebrochen. Seither ist auch die DEA nicht mehr in Bolivien präsent gewesen.