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22.12.2025
19:10 Uhr
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Mercedes-Benz hat sich im Dieselskandal mit mehreren US-Staaten auf Vergleichszahlungen geeinigt. Insgesamt soll der Autobauer fast 150 Millionen Dollar zahlen.

Mercedes-Benz hat im Dieselskandal die noch verbliebenen Rechtsstreitigkeiten in den USA nach eigener Aussage beigelegt. Das Unternehmen habe sich mit den Generalstaatsanwälten in mehreren Bundesstaaten geeinigt, teilte das Unternehmen mit. Der Vergleich hat laut der New Yorker Staatsanwaltschaft ein Volumen von 149,6 Millionen Dollar (circa 127,2 Millionen Euro). Davon muss Mercedes 120 Millionen Dollar (rund 102 Millionen Euro) sofort an die betroffenen Bundesstaaten zahlen. Die Begleichung weiterer 29,6 Millionen Dollar (circa 25,2 Millionen Euro) wird zunächst ausgesetzt. Mit der Zahlung würden Umwelt- und Verbraucherschutzansprüche im Zusammenhang mit Dieselfahrzeugen der Modelljahre 2009 bis 2016 geregelt, teilte der Konzern weiter mit. Die Vergleiche müssten allerdings noch von den zuständigen Gerichten gebilligt werden. Durch den Schritt würde Mercedes nach eigener Einschätzung kostspielige Auseinandersetzungen vor Gericht vermeiden. Das Unternehmen habe mit den Generalstaatsanwaltschaften vollumfänglich kooperiert, weise jedoch die Vorwürfe weiterhin zurück und erkenne keine Haftung an. Daimler seit 2016 im Visier der Justiz Der Mercedes-Benz Group und ihrer US-Tochter wurden in der Vergangenheit überhöhte Abgaswerte bei rund 250.000 Dieselfahrzeugen vorgeworfen. Seit 2016 war Daimler wegen angeblich frisierter Messwerte zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid im Visier der US-Justiz. Gezielte Manipulationen der Abgastechnik mit einer Schummelsoftware, wie sie jahrelang bei Volkswagen (VW) zum Einsatz kam , hatte der Konzern jedoch stets zurückgewiesen. Anders als VW, der 2015 auf Druck der US-Behörden Abgasbetrug im großen Stil eingeräumt hatte , gab Mercedes-Benz im Rahmen der bisherigen Vergleiche und der aktuellen Vereinbarung kein Schuldeingeständnis ab und musste auch keine Fahrzeuge von Kunden zurückkaufen oder sich durch einen Aufpasser von den US-Behörden überwachen lassen. Dafür musste Mercedes-Benz die Autos ähnlich wie in Europa per Software-Update nachbessern . Gesamtkosten von zwei Milliarden Euro wegen des Skandals Mercedes-Benz hatte laut Mitteilung gemäß einer früheren Vereinbarung bereits mehr als 85 Prozent der Autos und Transporter auf die entsprechende neue Software aktualisiert. Ziel eines neuen Anreizprogramms sei es nun, über das im Vergleich von 2020 hinaus vereinbarte Maß zusätzliche Software-Updates zu fördern, teilte das Unternehmen weiter mit. Nach Angaben eines Sprechers beliefen sich die Kosten für die Beilegung des Dieselskandals in den USA inklusive der neuen Vergleiche auf über zwei Milliarden Euro. Zuletzt hatte 2024 das US-Justizministerium seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mercedes-Benz ohne Anklageerhebung eingestellt.