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27.01.2026
12:59 Uhr
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Seit Januar kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat. Eine Kündigungswelle zum Jahreswechsel ist laut einem Branchenverband trotz der Preiserhöhung ausgeblieben.

Trotz erneuter Preisanhebung beim Deutschlandticket nutzen viele Menschen das Angebot weiterhin. "Wir sehen auch in diesem Jahr eindeutig keine Kündigungswelle durch die Preiserhöhung beim Deutschlandticket", teilte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, mit. Die Kündigungsquote habe zwischen Dezember und Januar bei rund 5,75 Prozent gelegen. Das sei zum Jahreswechsel ein üblicher Wert. Das Deutschlandticket wurde im Mai 2023 eingeführt, ursprünglich zu einem Preis von 49 Euro im Monat. Zwischenzeitlich wurde der Preis auf 58 Euro angehoben, jetzt auf 63 Euro . Laut VDV nutzen derzeit rund 14,6 Millionen Menschen das Deutschlandticket , knapp eine Million mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. VDV-Präsident Wortmann sieht noch Potenzial für mehr Nutzerinnen und Nutzer des Tickets. "Wenn wir Menschen wirklich vom Auto holen möchten, reden wir in Größenordnungen von über 20 Millionen Deutschlandtickets", sagte er. Vor allem bei den Jobtickets, bei denen Arbeitgeber das Abo fördern, gebe es noch deutlich Luft nach oben. Fahrgastzahlen immer noch niedriger als vor der Coronapandemie Insgesamt waren im vergangenen Jahr dem VDV zufolge bundesweit rund 9,86 Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr unterwegs. Das sei ein leichter Anstieg von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach wie vor liegt die Nachfrage damit aber unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie. Im Rekordjahr 2019 etwa zählte die Branche 10,4 Milliarden Kundinnen und Kunden. Während die Fahrgasteinnahmen der Verkehrsunternehmen insbesondere nach der Einführung des Deutschlandtickets zurückgegangen sind, sind die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Allein der Strompreis habe sich zwischen 2020 und 2025 nach vorläufigen Zahlen um mehr als 40 Prozent erhöht, teilte der VDV weiter mit. Der Dieselpreis stieg um fast 43 Prozent. Personalkosten legten um rund 19 Prozent zu. Laut Verband drohen Angebotskürzungen Wortmann warnte vor reduzierten Angeboten in den Verbünden infolge des wirtschaftlichen Drucks. "Wir sind dabei, Effizienzprojekte durchzuführen in den Unternehmen, aber irgendwann müssen wir auch mit Angebotskürzungen reagieren", sagte er. "Insbesondere dann, wenn wir kein ausreichendes Geld aus den öffentlichen Haushalten bekommen." Bund und Länder hatten jahrelang über die Finanzierung des Deutschlandtickets gestritten, mittlerweile ist die Finanzierung bis 2030 gesichert . Ab 2027 soll der Preis nach einem Index ermittelt werden, der Personal- und Energiekosten und allgemeine Kostensteigerungen abbildet. Die "politische Preisfindung", die für viel Streit sorgte, soll so enden.