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18.12.2025
14:31 Uhr
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Mit dem Deutschlandfonds will die Bundesregierung neue Milliardeninvestitionen auslösen. Es geht um Kreditgarantien, Wagniskapital für Start-ups und Risikoübernahmen.

Um Unternehmen und Kapitalgeber zu mehr Investitionen zu bewegen, hat die Bundesregierung einen sogenannten Deutschlandfonds gestartet. Unter dem Namen werden verschiedene Instrumente gebündelt, mit denen beispielsweise Investitionen durch staatliche Bürgschaften abgesichert werden. Es ist also kein klassischer Investmentfonds, sondern vielmehr eine Plattform mit unterschiedlichen Tools, je nach Branche und Art der Investition. Der Fonds soll die Risikobereitschaft erhöhen und Unternehmen motivieren, Geld in Zukunftstechnologien zu stecken. Gedacht ist er für Industrie und Mittelstand, Energieunternehmen oder Tech-Start-ups. Im Sinn hat die Regierung dabei Investitionen in erneuerbare Energien , Batteriespeicher, Geothermie , die Gewinnung von Lithium oder neue Rüstungsprojekte. Der Schritt war im Koalitionsvertrag von Union und SPD angekündigt worden. Gedacht ist der Fonds als Ergänzung zu den staatlichen Sondervermögen. Beteiligt sind das Bundesfinanzministerium, das Bundeswirtschaftsministerium und die Förderbank KfW . Die Regierung stellt dafür Garantien von insgesamt 30 Milliarden Euro bereit. Die Hoffnung der Bundesregierung ist, dadurch Investitionen von rund 130 Milliarden Euro auszulösen. Investitionen ins Wärmenetz oder innovative Klimatechnik-Start-ups Bundeswirtschaftsminister Lars Klingbeil (SPD) nannte den Fonds eine "Andockstelle für Investoren". Mit dem Deutschlandfonds mobilisiere man private Investitionen "in die Jobs von morgen". Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bezeichnet es als entscheidend, privates Kapital "gezielt dorthin zu lenken, wo Innovation entsteht, wo wir unsere Lieferketten resilienter aufstellen und Deutschland zukunftsfähig machen können". In der Praxis könnte das konkret so aussehen: Möchte ein Energieversorger in Geothermie investieren, scheut aber das Risiko, bei Bohrungen keine Heißwasserquellen zu finden, würde er durch die KfW abgesichert. Unternehmen könnten staatlich abgesicherte, günstige Kredite für die Herstellung von Batterien bekommen, Stadtwerke Kredite für Investitionen in die Energie- und Wärmeinfrastruktur . Bei Start-ups aus der Klimatechnik- oder Verteidigungsbranche soll die KfW als Co-Investor auftreten können. Der Aufbau des Deutschlandfonds ist stufenweise vorgesehen. Sofort möglich sind zum Beispiel Kredite zur Förderung von Geothermieprojekten und Instrumente für Start-ups und junge Unternehmen, die aus der Start-up-Phase hinauswachsen. 2026 sollen unter anderem Instrumente zur Modernisierung der Energieinfrastruktur und für den Mittelstand folgen.