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23.01.2026
16:41 Uhr
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Bei einem Italienbesuch haben Kanzler Merz und mehrere Minister acht Vereinbarungen mit der italienischen Regierung unterzeichnet. Im Fokus stehen Rüstungsprojekte.

Deutschland und Italien wollen in den Bereichen Verteidigung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit künftig enger zusammenarbeiten. Bei einem Treffen beider Regierungen in Rom unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der rechten Partei Fratelli d'Italia wurden dazu insgesamt acht Vereinbarungen unterzeichnet. Die beiden Regierungen wollen nun unter anderem gemeinsame Projekte bei der Produktion von Drohnen, bei der Flug- und Raketenabwehr, Marineschiffen und Unterwassersystemen sowie bei elektronischer Kampfführung und Luftkampfsystemen prüfen. Außerdem wurde eine neue Fassung eines 2023 vereinbarten Aktionsplans unterzeichnet. Dieser umfasst eine Zusammenarbeit in den Bereichen innere Sicherheit und Migration bis hin zum kulturellen Erbe. "Wir ringen um ein geeintes Europa und eine starke Nato" Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Merz, dass Deutschland und Italien sich derzeit so nahestünden wie selten. Es gebe eine sehr hohe Übereinstimmung bei der Bewertung der aktuellen Herausforderungen. "Wir ringen um ein geeintes Europa und eine starke Nato", sagte Merz. Meloni sagte, dass die beiden Länder eine besondere Verantwortung in der aktuellen Zeit tragen würden. Man teile das Ziel eines Europas, das in der Lage sei, seine Rolle in der Welt einzunehmen. Meloni empfing Merz in der Villa Doria Pamphilj. Zunächst trafen sich die Regierungschefs zu einem Vieraugengespräch, später fand ein gemeinsames Arbeitsessen der beiden Kabinettsdelegationen statt. Auf deutscher Seite nahmen neben Merz mehrere Bundesminister an den Regierungskonsultationen teil , unter anderem Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Außenminister Johann Wadephul (CDU), Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Ampelregierung vereinbarte bereits Aktionsplan mit Meloni Schon die Ampelkoalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei Regierungskonsultationen im November 2023 einen Aktionsplan für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Italien vereinbart . Merz versprach bei seinem Antrittsbesuch in Rom im Mai, diesen "auf ein neues Ambitionsniveau" zu heben. In der aktualisierten Version des "Aktionsplans für strategische Zusammenarbeit" ist unter anderem festgeschrieben, dass Deutschland und Italien sich auf EU-Ebene für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, einen deutlichen Abbau der europäischen Bürokratie und mehr "Zurückhaltung" der EU bei der Gesetzgebung einsetzen wollen.