|
07.01.2026
11:01 Uhr
|
Die Außenminister Wadephul, Barrot und Sikorski sollen sich für den Fall abstimmen, dass die USA Grönland annektieren. Die USA behaupten, man habe die Idee verworfen.

Die Außenminister von Deutschland , Frankreich und Polen wollen in Paris offenbar auch über eine Reaktion auf eine mögliche Übernahme Grönlands durch die USA beraten. Wie der französische Außenminister Jean-Noël Barrot mitteilte, arbeitet Frankreich mit Partnern an einem Plan, wie man in einem solchen Fall handeln solle. Das Thema werde bei dem Treffen des Weimarer Dreiecks am Mittwochnachmittag zur Sprache kommen, hieß es weiter. "Wir wollen Maßnahmen ergreifen, aber wir wollen dies gemeinsam mit unseren europäischen Partnern tun", sagte Barrot im Radiosender France Inter. Barrot sagte allerdings auch, er habe mit dem US-Außenminister Marco Rubio gesprochen, der die Idee einer Übernahme Grönlands verworfen habe. "Ich habe gestern selbst mit US-Außenminister Marco Rubio […] telefoniert, der bestätigte, dass dies nicht der Ansatz sei. […] Er schloss die Möglichkeit einer Invasion [Grönlands] aus", sagte er. Weimarer Dreieck erweitert Tagesordnung Das sogenannte Weimarer Dreieck ist ein loses außenpolitisches Gesprächs- und Konsultationsforum von Deutschland, Frankreich und Polen. Ziel ist die Abstimmung der drei EU-Mitglieder und die Stärkung der europäischen Integration. Gegründet wurde das Dreieck im August 1991 im thüringischen Weimar. Ursprünglich hatte das französische Außenministerium angekündigt, die Vertreter des Weimarer Dreiecks wollten bei ihrem Treffen am heutigen Mittwoch vor allem über die europäische Unterstützung der Ukraine sprechen, die sich in einem Verteidigungskrieg gegen Russland wehrt. Zuvor hatte die sogenannte Koalition der Willigen, eine Gruppe von Partnern der Ukraine, in Paris über ein Ende des russischen Angriffskrieges beraten. Das US-Präsidialamt hatte am Dienstag mitgeteilt, US-Präsident Donald Trump diskutiere erneut den Erwerb Grönlands sowie den Einsatz von US-Militär. Trotz Einwänden aus Europa griff Trump damit seine Idee, die strategisch wichtige Insel zu kontrollieren, wieder auf. Wird Grönland das neue Venezuela? Die Entführung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch die USA am Wochenende und Trumps Ankündigung, sein Land wolle in Venezuela künftig regieren, hatten Befürchtungen geweckt, Grönland könnte ein ähnliches Schicksal ereilen. Grönland, die größte Insel der Welt, ist kein eigenständiges Mitglied der Nato , sondern fällt unter die Mitgliedschaft Dänemarks in dem westlichen Bündnis. Die Insel liegt strategisch günstig zwischen Europa und Nordamerika und ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Standort für das US-amerikanische Raketenabwehrsystem. Grönland ist reich an Bodenschätzen.