Zeit 03.12.2025
08:52 Uhr

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Heizkosten stiegen 2024 um sechs Prozent


Die Heizkosten haben sich im vergangenen Jahr auf 12,33 Cent pro Kilowattstunde verteuert. Ein erneutes Plus – allerdings deutlich niedriger als in den Jahren zuvor.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Heizkosten stiegen 2024 um sechs Prozent
Die Heizkosten sind in Deutschland einer Studie zufolge erneut gestiegen. Eine Kilowattstunde Heizungsenergie verteuerte sich im vergangenen Jahr in Deutschland in Zwei- und Mehrfamilienhäusern um rund sechs Prozent auf 12,33 Cent, wie aus dem Wärmemonitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Dies ist ein Mittelwert aus Erdgas-, Heizöl- und Fernwärmepreisen. Der Preis für Heizkosten stieg demnach 2024 nicht so stark wie in den Jahren zuvor. 2023 war der Preis im Schnitt um 20 Prozent gestiegen, 2022 um 38 Prozent – damals sorgte das Ende von russischen Gasimporten infolge des Ukrainekriegs für einen deutlichen Anstieg. Der Bund verhängte zwischenzeitlich Preisbremsen, diese liefen 2024 aus. Grundlage des Wärmemonitors sind Heizkostenabrechnungen für rund 300.000 Zwei- und Mehrfamilienhäuser, die der Immobiliendienstleister Ista aus Essen erstellt hat. Es geht um rund zwei Millionen Wohnungen, vor allem um Mietwohnungen. Es sind nur vorläufige Zahlen, bislang sind nur etwa 60 Prozent des Datenbestands für das Jahr 2024 erfasst, daher sind Abweichungen noch möglich. Für 2023 hatten die Studienautoren auf Grundlage vorläufiger Zahlen zunächst ein Preisplus von 31 Prozent errechnet ; nach Einbeziehung aller Daten wurde daraus ein Plus von nur noch 20 Prozent. Den vorläufigen Zahlen zufolge ist der Bedarf 2024 leicht gesunken. Pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche wurden demnach im vergangenen Jahr rund 120 Kilowattstunden verbraucht. Inklusive der noch fehlenden Daten dürfte er nach Einschätzung der DIW-Experten aber in etwa konstant geblieben sein. Heizkosten im Osten höher als im Westen Im Vergleich zu 2021 war der Energiebedarf der Haushalte deutlich niedriger. "Der DIW-Wärmemonitor zeigt, dass viele Haushalte heute immer noch sparsamer heizen als vor der Energiekrise", sagte Studienautorin Sophie Behr. Je nach Region war das Preisniveau unterschiedlich. In Ostdeutschland lag der Durchschnittspreis der Studie zufolge bei 14,18 Cent pro Kilowattstunde und in Westdeutschland bei 11,77 Cent. Am günstigsten war es im Allgäu (10,16 Cent) und in Oberfranken-Ost (10,26 Cent); am höchsten im Mittleren Mecklenburg/Rostock mit 16,55 Cent, im brandenburgischen Prignitz-Oberhavel sowie im sächsischen Elbtal/Osterzgebirge (jeweils 15,77 Cent). Der Preisunterschied dürfte den Studienautoren zufolge am höheren Fernwärmeanteil im Osten liegen. Während der Ölpreis sank und der Gaspreis eher moderat stieg, wurde Fernwärme im vergangenen Jahr etwa um ein Viertel teurer. Bei Fernwärme kommen Preisänderungen bei Verbrauchern wegen langfristiger Lieferverträge der Versorger verzögert an. In den ostdeutschen Bundesländern müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher schon lange höhere Preise bezahlen. Der Statistik zufolge lag das Preisniveau in Ostdeutschland im Zeitraum 2010 bis 2022 ein Fünftel über dem Westniveau. 2023 näherten sich die Preise einander an, 2024 wurde der übliche Abstand in etwa wiederhergestellt. Den ostdeutschen Haushalten kommt zugute, dass ihre Wohnungen häufig besser saniert und besser wärmegedämmt sind als in Westdeutschland. Das ist ein Grund, warum der Energieverbrauch im Osten geringer ist.