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02.12.2025
22:30 Uhr
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Beim Deutschen Entwicklerpreis wird ein entspanntes Wohlfühlspiel gleich mehrfach prämiert. Unter den Gewinnern ist aber auch ein sehr ernstes Spiel über NS-Verbrechen.

Das Spiel Tiny Bookshop vom Kölner Studio Neoludic Games gewinnt den Deutschen Entwicklerpreis 2025 als Bestes Deutsches Spiel. Die Entwickler nahmen den Preis bei einer Verleihung am Dienstagabend in Köln entgegen. Das Spiel wurde zudem in den Kategorien Bestes Indie Game und Beste Grafik prämiert. Der Preis für die besten Computer- und Videospiele des Jahres ist undotiert, gilt in der deutschsprachigen Branche aber als wichtige Auszeichnung. In Tiny Bookshop übernehmen die Spielerinnen das Management eines kleinen Buchladens in einer Küstenstadt. Es gilt, den Kunden Bücher zu empfehlen und zu verkaufen und so nach und nach mehr Regale, mehr Bücher oder größere Läden freizuschalten. Das Spiel ist ein sogenanntes Cozy Game, es gibt also wenig Zeitdruck, im Vordergrund steht das entspannte Spielen. Tiny Bookshop wurde in den ersten vier Wochen nach seiner Veröffentlichung im August mehr als 300.000-mal verkauft. Mehrfach ausgezeichnet wurde ebenfalls The Darkest Files von Paintbucket Games aus Berlin, ein Spiel, in dem die Spielerinnen Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus aufklären müssen. Es gewann in den Kategorien Bestes Gamedesign und Bestes Game Beyond Entertainment. Studio des Jahres wurde Toukana Interactive aus Berlin ( Star Birds , Dorfromantik ) . Bestes Audiodesign gewann das Detektivspiel Duck Detective: The Ghost of Glamping , Beste Story das Horror-Adventure Mindlock – The Apartment, die Beste Technische Leistung die Feuerwehr-Simulation Firefighting Simulator: Ignite. Darüber hinaus wurde die Gründerin Serenad Yilmaz mit dem NRW-Förderpreis ausgezeichnet. Ihr Kollektiv Food for Thought Media entwickelt Spiele und bietet Workshops für Jugendliche zum Thema Diversität an. Den Ubisoft Newcomer Award erhielten die Entwickler von Stuntboost, einem Finger-Skateboard-Computerspiel. Den Sonderpreis der Jury erhielt das Networking-Event FemDevsMeetup. Das Spiel Dungeon Clawler vom Schweizer Stray Fawn Studio bringt die Mechanik von Freizeitmarkt-Greifautomaten in ein Spiel, es gewann dafür den Innovationspreis und den Preis als Bestes Casual Game. Der Deutsche Entwicklerpreis wird seit 2004 verliehen, prämiert werden die besten Spiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem Jahr gab es 244 Einreichungen, aus denen 175 Jurorinnen und Juroren die besten Spiele ausgewählt haben. Aktuell richtet die Interessenvertretung der Spielewirtschaft in Nordrhein-Westfalen (games.nrw) den Preis aus. Ab dem kommenden Jahr soll eine kürzlich gegründete gemeinnützige Stiftung den Preis tragen.