Zeit 02.03.2026
14:42 Uhr

Deutsche Touristen im Nahen Osten: Bundesregierung kündigt Evakuierung von deutschen Touristen an


Bundesaußenminister Johann Wadephul will jetzt doch Flugzeuge in den Nahen Osten schicken. Sie sollen gestrandete deutsche Touristen zurückholen.

Deutsche Touristen im Nahen Osten: Bundesregierung kündigt Evakuierung von deutschen Touristen an
Die Bundesregierung ​bereitet jetzt doch die Evakuierung von deutschen Touristen im Nahen Osten vor. Bundesaußenminister Johann ⁠Wadephul (CDU) kündigte an, dass mehrere Flugzeuge in die Region geschickt werden, um dort gestrandete Deutsche nach Hause zu ​holen. Die Maschinen sollen nach ⁠Maskat im Oman und ​in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden, sagte ‌Bundesaußenminister Johann ⁠Wadephul (CDU) . In den Regionen seien die Lufträume noch geöffnet , Sicherheit gehe ​bei der Entsendung allerdings vor. Er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen – und die Airline habe grundsätzlich Kapazitäten. Man sei in ​einer Großkrise, in der auch ‌viele Deutsche betroffen seien, sagte Wadephul. ‌Neben der Lufthansa sei man ​auch mit TUI und dem Deutschen Reiseverband in Kontakt. Etihad und Emirates starten erste Flüge Die beiden Fluggesellschaften Etihad und Emirates kündigten an, trotz des Krieges ihren Betrieb zum Teil wieder aufzunehmen. Erste Flüge der Airlines mit Sitz in Abu Dhabi beziehungsweise Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten starteten am Montagnachmittag. Die Regierung von Dubai teilte mit, es gebe eine "begrenzte Wiederaufnahme des Betriebs". Es sollten aber nur jene Passagiere zum Flughafen kommen, die direkt kontaktiert worden seien. Deutschland priorisiert für die Rückholaktion vor allem vulnerable Personen wie Kinder, Kranke oder Schwangere. Die Bundesregierung könne auch Privatmaschinen aus ‌Steuerzahlerkosten chartern und als ​letztes Mittel auf Flugzeuge der Bundeswehr zurückgreifen, sagte Bundesaußenminister Wadephul. Details müssten ⁠aber ​noch geklärt werden. So ‌sei offen, wie viele Menschen an die jeweiligen Orte ‌kommen könnten, von denen noch ausgeflogen werden könne. 30.000 deutsche Reisende betroffen "Die Planungen laufen", sagte Wadephul. Ein weiteres Problem ist ihm zufolge die Größe der Flughäfen. Der Airport in Maskat sei nicht besonders groß. "Wir müssen schauen, wie viele Flugzeuge wir dort überhaupt hinbringen können. Wir fangen jetzt einfach mal mit einer Maschine pro Destination an." Noch am Montagmorgen hatte Wadephul gegenüber der Bild- Zeitung eine militärische Evakuierung von deutschen Reisenden ausgeschlossen . "Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen." In der ARD-Sendung Caren Miosga hatte der Minister am Sonntagabend betont, dass Reisende auch für ihre eigene Sicherheit Verantwortung tragen würden: "Es war nicht ganz unbekannt, dass das gefährlich werden könnte", sagte er. Piloten sagen Streik ab Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind laut Reiseverband DRV von der Eskalation in der Golfregion betroffen, der Flugverkehr ist stark gestört . Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit reagierte auf die Lage. Sie schloss mögliche Streiks in dieser Woche aus . Man verzichte vorläufig auf Arbeitskampfmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen stellten Fluggesellschaften, Crews und Passagiere vor erhebliche Herausforderungen, teilte die Gewerkschaft mit. "In der gegenwärtigen Situation haben insbesondere Rückführungsflüge, die Sicherheit der Passagiere sowie die Aufrechterhaltung der Versorgung über die Luftfracht höchste Priorität."