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19.01.2026
17:28 Uhr
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Der Limburger Bischof Georg Bätzing will nicht erneut Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz werden. Seine Amtszeit war von Reformversuchen geprägt.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing wird im Februar den Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz abgeben. Das teilte die Bischofskonferenz in Bonn mit. Bätzing werde nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen, hieß es. Vor sechs Jahren war Bätzing zum Nachfolger des Münchner Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx gewählt worden. Die Wahl für die nächste Amtszeit findet bei der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe vom 23. bis 26. Februar in Würzburg statt. Laut Bischofskonferenz teilte Bätzing seine Entscheidung seinen Bischofskollegen in einem Brief mit. So habe er im Vorfeld der Versammlung den Weg für gute Überlegungen zur Wahl Ende Februar bereiten wollen. "Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden", hieß es in dem Schreiben. Für die anstehende Wahl wünsche er dem "Miteinander in der Konferenz weiterhin den Mut zum offenen Wort, zu konstruktivem Ringen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen – um miteinander den Gläubigen in unserem Land und vielen mehr die Freude des Glaubens zu bezeugen". Bätzing stand im Richtungsstreit auf Seite der Reformer Im Richtungsstreit über Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland stellte sich der 64-jährige Bätzing auf die Seite der Reformer . Seine Amtszeit war geprägt von Auseinandersetzungen mit dem Vatikan bezüglich möglicher Kirchenreformen. "Es waren sechs intensive Jahre, in denen wir Bischöfe gemeinsam mit vielen anderen aus dem Volk Gottes einiges bewegen und für eine tragfähige Zukunftsgestalt von Kirche in unserem Land realisieren konnten", schrieb Bätzing seinen Bischofskollegen. "Jetzt ist es Zeit, diese für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen. Und ich bin mir sicher, es wird gut weitergehen." Entscheidung löst in der Ökumene Bedauern aus "Die Entscheidung von Bischof Bätzing, nicht erneut zur Wiederwahl anzutreten, bedaure ich persönlich", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs. "Uns verbindet eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam an unterschiedlichen Orten Verantwortung getragen und wichtige Fragen von Kirche und Gesellschaft im guten ökumenischen Miteinander beraten haben." Auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, die mit Bätzing im Co-Vorsitz der Synodalversammlungen und im Synodalen Ausschuss zusammengearbeitet hatte, drückte Bedauern über dessen Rückzug aus: "Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat für die katholische Kirche in Deutschland in sechs Jahren Amtszeit viel geleistet" sagte Stetter-Karp. Bätzing zeichne eine integre, herzliche Persönlichkeit aus, insbesondere auf dem Synodalen Weg sei er ein mit "Augenmaß agierender, zugleich zukunftsorientiert vorangehender Vorsitzender". Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe in Deutschland. Derzeit gehören ihr 59 Mitglieder aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an. Kirchenrechtler: Bätzings Positionierung gegen die AfD werde "in Erinnerung bleiben" In der Frage nach Bätzings Nachfolge sieht der Kirchenrechtler Thomas Schüller den Paderborner Erzbischof Udo Bentz als möglichen neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Falls dieser Ende Februar gewählt werde, erwartet Schüller einen vorsichtigen Reformkurs bei gleichzeitiger Bemühung um stärkere Einheit innerhalb der Konferenz. Zu Bätzings Verdiensten gehöre unter anderem, die rechtsextremistische Gefahr, die von der AfD ausgehe, in einer gemeinsamen und einstimmigen Erklärung der deutschen Bischöfe verurteilt zu haben. "Das wird in Erinnerung bleiben und wirken", sagte Schüller, der das Institut für Kanonisches Recht an der Universität Münster leitet.