Zeit 26.02.2026
15:42 Uhr

Deutsche Bischofskonferenz: Bischöfe wollen Predigterlaubnis für Frauen in Rom beantragen


In Würzburg ist die Deutsche Bischofskonferenz zu Ende gegangen. Die Bischöfe wollen Frauen und nicht geweihten Männern erlauben, in katholischen Messen zu predigen.

Deutsche Bischofskonferenz: Bischöfe wollen Predigterlaubnis für Frauen in Rom beantragen
Die Deutsche Bischofskonferenz hat beschlossen, dafür einzutreten, dass Frauen und nicht geweihte Männer künftig in katholischen Messen predigen dürfen. Das gab der neue Vorsitzende Heiner Wilmer zum Abschluss der Bischofskonferenz in Würzburg bekannt. Die Konferenz folge damit einem Beschluss der Synodalversammlung von 2023. Diese hatte beschlossen, in Rom eine entsprechende Erlaubnis zu beantragen. Die Erlaubnis sollte für qualifizierte Männer und Frauen gelten, die vom jeweiligen Bischof beauftragt werden. Die Bischöfe hätten auf ihrer Versammlung nun eine Ordnung des Predigtdienstes beschlossen, sagte Wilmer. Dafür wollten sie in Rom um Zustimmung bitten. "Wir haben vereinbart, dass ich dies bei meinem nächsten Besuch in Rom mitnehmen und auch noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben werde", sagte Wilmer. De facto werde die Predigt durch Laien, also Nichtgeweihte, in vielen deutschen Bistümern schon praktiziert, erklärte er auf Nachfrage. Laien dürfen bisher laut Kirchenrecht nicht in Messen predigen. In Canon 766 heißt es zwar, dass sie zur Predigt zugelassen werden können, "wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist". Im nächsten Canon wird dies aber eingeschränkt: "Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird". Damit ist die Predigt in der Messe gemeint. Möglich sind aber jetzt schon Predigten in anderen Gottesdienstformen, etwa in Wortgottesdiensten. Wilmer bekräftigt Widerstand gegen die AfD Der Hildesheimer Bischof Wilmer wurde auf der Bischofskonferenz am Dienstag zu deren neuem Vorsitzenden gewählt . Er folgt auf Georg Bätzing, den Limburger Bischof. Wilmer bekräftigte zum Abschluss der Bischofskonferenz den Widerstand der Bischöfe gegen die AfD. "Wir appellieren an die Menschen in unserem Land, genau hinzuschauen und sich nicht von den vordergründig attraktiv gemeinten Klängen der AfD verführen zu lassen", sagte er. Und weiter: "Von Würzburg aus sage ich deutlich: Wehret den Anfängen! Und ich füge hinzu: Schützen wir unsere Demokratie!" Der "völkische Nationalismus" und "menschenverachtende Parolen der AfD" hätten in der katholischen Kirche keinen Platz. Auch Wilmers Vorgänger Bätzing hatte sich kurz vor Ende seiner Amtszeit ausdrücklich gegen die AfD ausgesprochen .