Zeit 16.02.2026
18:03 Uhr

Deutsche Bahn: Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert länger als geplant


Die Sanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg sollte Ende April abgeschlossen sein. Wegen des Winterwetters sei der Termin nicht mehr zu halten, teilte die Bahn jetzt mit.

Deutsche Bahn: Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert länger als geplant
Die Bahn hat den Termin zur Wiedereröffnung der Strecke zwischen Berlin und Hamburg wegen des Winterwetters auf unbestimmte Zeit verschoben. Die geplante Fertigstellung zum 30. April sei nicht mehr einzuhalten, teilte das Unternehmen mit. Wegen der niedrigen Temperatur könnten seit Ende Dezember bestimmte Arbeiten nicht mehr durchgeführt werden. Sobald der Boden vollständig wieder aufgetaut sei, müssten die verschobenen Arbeiten neu eingetaktet werden, heißt es in der Mitteilung der Bahn. Das Personal auf der Baustelle solle deutlich verstärkt werden, sobald die Arbeiten fortgesetzt werden können. Bis zum 13. März wolle man ein Konzept zur Inbetriebnahme der Strecke vorlegen. Dabei würde auch die eigentlich ab dem 1. Mai geplante Sanierung der Stracke Hamburg-Hannover berücksichtigt. Die Baumaßnahmen dort müssten wegen der Verzögerungen der Baustelle Berlin-Hamburg ebenfalls neu geplant werden, damit die Umleitungskonzepte funktionierten. Strecke Berlin-Hamburg seit August 2025 gesperrt Seit Anfang August 2025 ist die Bahnstrecke Hamburg-Berlin gesperrt , zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag. Während der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch im Fahrplan um 45 Minuten, oft allerdings um deutlich mehr. Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine, die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen. Gerd-Dietrich Bolte, für Infrastruktur zuständiger Vorstand bei der DB InfraGO, sprach von einer "bitteren Nachricht". Man werde mit den Baupartnern in den kommenden Wochen alles daran setzen, den Rückstand "so gut wie möglich" aufzuholen. Die Bahn will bis 2030 mehr als 40 viel befahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren . Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Hamburg-Berlin gilt als besondere Herausforderung, da sie deutlich länger und komplexer ist als die Riedbahn. Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Für betroffene Pendlerinnen und Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet. Die Fahrzeiten mit den Ersatzbussen sind deutlich länger. Eine Fahrt von Wittenberge nach Berlin dauert statt eineinhalb nun dreieinhalb Stunden, von Perleberg nach Berlin drei statt zwei Stunden.