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04.02.2026
17:22 Uhr
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Ein attackierter Zugbegleiter ist in Rheinland-Pfalz gestorben. Der Deutschen Bahn zufolge gibt es täglich Angriffe gegen Mitarbeiter des Unternehmens.

Pro Tag hat es im vergangenen Jahr im Durchschnitt acht Angriffe auf Bahnmitarbeiter gegeben. Das teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn der ZEIT mit und bestätigte damit einen Bericht der Bild -Zeitung. Insgesamt habe es im Jahr 2025 mehr als 3.000 solcher Angriffe gegeben. Die Sprecherin sagte, dass es bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie am Rande von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen gegen Bahn-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter komme. Rund die Hälfte der Attacken ereigne sich im Regionalverkehr. Auf Sicherheitskräfte entfalle gut ein Drittel der Angriffe. Auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte am Bahnhof würden Opfer von Angriffen. Kurz zuvor wurde bekannt, dass ein angegriffener Zugbegleiter nach einem Angriff bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz an seinen Verletzungen gestorben ist. Der 36-Jährige wurde nach bisherigen Erkenntnissen am Montagabend in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen. Nach Angaben der Polizei soll der Passagier keinen Fahrschein gehabt haben. Als er vom Zugbegleiter deshalb des Zuges verwiesen wurde, habe er ihn angegriffen. Der Zugbegleiter wurde so schwer verletzt, dass er vor Ort reanimiert werden musste und später in einem Krankenhaus starb. Zugbegleiter mit Bodycams ausgerüstet Die Übergriffe auf Bahn-Mitarbeitende nehmen seit Jahren zu, wie ein weiterer Sprecher der ZEIT mitteilte. Bereits im Jahr 2024 sei die Zahl der Attacken auf hohem Niveau gewesen. Das Unternehmen habe daraufhin verstärkt Mitarbeitende mit Bodycams ausgerüstet, wenn diese das wünschten. Die Erfahrungen mit diesen Körperkameras seien gut. Sie könnten Konflikt deeskalieren, wenn ein Angreifer sich auf dem Bildschirm sieht. "Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Strategie", sagte der Sprecher. Alle Mitarbeitenden seien aufgerufen, jeden Vorfall zu melden. Dafür sei eine App entwickelt worden, die alle Zugbegleiter in Nahverkehrszügen auf ihrem Smartphone haben. Zudem sei die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei intensiviert worden.