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11.02.2026
18:28 Uhr
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"Die Bahn setzt auf Verzögerung", klagt die Lokführergewerkschaft GDL über laufende Tarifverhandlungen. Ab März sind Streiks möglich.

In den Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL mit dem Abbruch der Gespräche und folglich Streiks gedroht. "Wir kommen nicht so richtig vorwärts", sagte GDL-Chef Mario Reiß mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen. Die Bahn setze auf Verzögerung. "Das ist ein Arbeitgeber , der so versucht, uns in Entscheidungsnot zu bringen", sagte Reiß. Daher bestehe jederzeit die Gefahr, dass die Gewerkschaft den Verhandlungstisch verlasse. "Mit den Wettbewerbern der Deutschen Bahn reichen in der Regel drei Termine für einen Tarifabschluss", sagte der GDL-Chef . Bei der Bahn sei man am siebten Tag "immer noch nicht so weit wie mit den Wettbewerbern sonst am zweiten Tag". Die Verhandlungen sind noch für die gesamte laufende Woche bis einschließlich Freitag angesetzt. Eine weitere Runde ist ab dem 23. Februar geplant. Diesen weiteren Verhandlungstermin stellte Reiß nun jedoch infrage und forderte, noch in dieser Woche zu einem Ergebnis zu kommen. Ansonsten sei die für die letzte Februarwoche angesetzte Verhandlungsrunde nicht mehr nötig. Friedenspflicht noch bis Ende Februar Damit stimmte er die Beschäftigten und die Fahrgäste auf mögliche Warnstreiks ein. Die aktuellen Tarifverträge der Bahn mit der GDL waren am 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Beide Seiten hatten schon im Vorfeld eine zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht vereinbart. Zwar gilt die noch bis Ende Februar, in der keine Arbeitskämpfe möglich sind. Ab März könnte die Gewerkschaft aber den Bahnverkehr erneut mit einem Ausstand lahmlegen. Die Bahn hatte diese Woche ein erstes Angebot vorgelegt – sechs Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten. In diesem Jahr würde sich die Steigerung aber lediglich auf 0,4 Prozent belaufen, kritisierte Reiß. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hatte von einem sehr weitreichenden Angebot gesprochen. Bahn plant offenbar Stellenabbau bei DB Cargo Zudem plant die Bahn nach Angaben von Reiß einen Stellenabbau bei der Frachttochter DB Cargo. "Es gab hier schon einen radikalen Personalabbau, und die neue Botschaft ist, noch einmal 8.000 Stellen abbauen zu wollen", sagte der GDL-Chef. Das Unternehmen könne nicht mit Zugeständnissen der GDL in den laufenden Bahn-Tarifverhandlungen gerettet werden. Der neue Cargo-Chef Bernhard Osburg entwickelt derzeit ein Sanierungskonzept. Dieses dürfte auch einen Stellenabbau umfassen. Die Dimension ist aber noch offen. Ein Sprecher der Bahn sagte auf Anfrage, die Größenordnung von 8.000 Stellen sei falsch. "Der Entwurf eines tragfähigen Sanierungsgutachtens für die DB Cargo ist derzeit in der Entscheidungsphase." Zunächst müssten Vorstand und Aufsichtsrat von Tochter und Holding sowie der Bund als Eigentümer darüber beraten und einen Beschluss fassen. "Danach beginnen Verhandlungen mit der Interessenvertretung zur konkreten Umsetzung. Diesen Schritten können wir nicht vorgreifen."