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02.02.2026
09:08 Uhr
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Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn lag im Januar nur bei 52,1 Prozent. Als Hauptgrund nannte die Bahn das Winterwetter.

Viel Schneefall und Eis haben den Fernverkehr der Deutschen Bahn im Januar ausgebremst. Nur knapp die Hälfte aller Fernzüge (52,1 Prozent) waren pünktlich. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung , die Bahn bestätigte die Zahl. Im Dezember lag die Pünktlichkeit noch bei 61,7 Prozent. "Der Januar war in Teilen Deutschlands der schneereichste seit mehr als 15 Jahren", sagte ein Bahn-Sprecher. Infolge des Wintersturms Elli seien 3.000 Kilometer Schienennetz im Norden zeitweise nicht befahrbar gewesen. 5.000 Mitarbeitende seien täglich auf den Strecken unterwegs gewesen, um vor allem eingefrorene Weichen vom Eis zu befreien. Durch die lang anhaltende Kälte und immer wieder neuen Schneefall konnten kaputte Stellen langsamer als sonst repariert werden. Durch die Entgleisung eines Güterzuges in Niedersachsen muss der langsamere Güterverkehr zudem über ICE-Strecken umgeleitet werden. Das kostet zusätzlich Zeit auf der wichtigen Achse rund um Hannover. An einzelnen Tagen waren die Pünktlichkeitswerte im Januar laut dem Bericht teils dramatisch schlecht: Am 26. Januar kamen beispielsweise nur 28,3 Prozent aller Fernzüge pünktlich am Zielort an. Januar normalerweise ein guter Monat für die Bahn Dadurch, dass im Dezember und Januar viele Baustellen ruhen, liegt die Pünktlichkeit in diesen Monaten normalerweise deutlich höher. Zum Vergleich: 2025 schnitt der Januar mit einer Pünktlichkeitsquote von rund 67 Prozent so gut ab wie kein anderer Monat in dem Jahr. Der historische Tiefpunkt lag im Oktober bei 51,5 Prozent , im Jahresschnitt kamen 60,1 Prozent aller Fernzüge pünktlich. Bahn-Chefin Evelyn Palla will auch dieses Jahr 60 Prozent erreichen. Die Bahn steckt tief in der Krise. Große Teile der Infrastruktur sind marode und störanfällig , die Pünktlichkeitswerte insbesondere im Fernverkehr leiden darunter. Auch 2026 wird es Zehntausende Baustellen geben, sogar noch mal deutlich mehr als im Vorjahr (plus 2.000). Das dürfte die Züge weiter ausbremsen. Mit Investitionen des Bundes in Höhe von 22 Milliarden Euro im Jahr 2026 und dem von Bahnchefin Palla eingeleiteten Reformkurs soll sich die Lage bald ändern.