Zeit 02.03.2026
07:11 Uhr

Deutsche Bahn: Deutsche Bahn veranschlagt zehn Jahre für Generalsanierung


Die Bahnchefin spricht sich trotz voraussichtlicher Verzögerungen weiterhin für geplante Sanierungen aus. Bis 2036 sollen mehr als 40 Strecken überholt werden.

Deutsche Bahn: Deutsche Bahn veranschlagt zehn Jahre für Generalsanierung
Bahnchefin Evelyn Palla verteidigt weiterhin die Sanierung zentraler Strecken mit mehrmonatigen Vollsperrungen – trotz Kritik wegen aktueller Verzögerungen zwischen Hamburg und Berlin. "Viele Jahre lang wurde zu wenig in das Schienennetz investiert", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. "Deswegen können wir jetzt gar nicht anders, als ganze Korridore am Stück zu sanieren, wenn wir in großen Schritten vorankommen wollen." Sie plädiere dafür, nicht alles schlechtzureden, bevor es richtig angefangen habe. Dass Zugausfälle, geplatzte Umsteigeanschlüsse oder defekte ICE-Toiletten aufs Image drücken, kommt im Konzern an. "Eisenbahn ist Mobilität, Freiheit, auch ein Lebensgefühl", sagte die Bahnchefin. "Genau deswegen müssen wir etwas verändern, weil die Menschen den Reiz der Eisenbahn oft vergessen haben." Bund und Bahn wollen bis 2036 mehr als 40 viel befahrene und überalterte Strecken grundlegend sanieren, um das Netz nach und nach zu ertüchtigen und Verspätungen in den Griff zu bekommen. Dafür werden die Abschnitte in der Regel über Monate voll gesperrt – mit erheblichen Einschränkungen für Reisende, Pendler und Verkehrsunternehmen. Verzögerungen bei Hamburg–Berlin Derzeit läuft die Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin , die bis Ende April abgeschlossen sein sollte. Aufgrund wochenlanger Kälte mit tief gefrorenem Boden kamen die Arbeiten zuletzt aber nicht voran. Die Bahn verkündete deshalb, dass sich die Inbetriebnahme verzögere. Am 13. März soll mitgeteilt werden, wann es weitergeht. Man warte bis dann, um sicherzustellen, "dass uns nicht noch ein Wintereinbruch ereilt und dass der Termin, den wir dann bekannt geben, auch hält", sagte Palla. "Es wird sich nicht um Monate handeln, wir sprechen hier von Wochen." Die Probleme hatten Kritik am Konzept der sogenannten Generalsanierung wieder aufflammen lassen. Die Wettbewerber im Güterverkehr kritisieren etwa, dass Umleitungen zu lang, nicht gut vorbereitet, überlastet und marode seien. Auch die Bundesregierung hatte das Programm kritisch bewertet und eine Verlängerung veranlasst. Zuvor sollten die Strecken bis 2030 saniert werden. Zusätzlich möchte die Deutsche Bahn mit neuen Sofortprogrammen für mehr Sauberkeit und Komfort im Fernverkehr sorgen. Es müsse "jetzt sofort auch ganz konkret bei den Kundinnen und Kunden ankommen, dass sich bei der Bahn etwas zum Positiven ändert", betonte die Bahnchefin. Deswegen setze die Bahn Sofortprogramme für mehr Sauberkeit und Sicherheit am Bahnhof, für Komfort im Fernverkehr und eine bessere Reisendeninformation um.