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14.02.2026
05:32 Uhr
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Um Mitarbeiter besser vor Angriffen zu schützen, will die Deutsche Bahn sie mit Bodycams ausstatten. Diese dürften aber nicht permanent filmen, mahnen Datenschützer.

Datenschützer haben sich für klare Regeln beim geplanten flächendeckenden Einsatz von Bodycams bei der Deutschen Bahn ausgesprochen. Entsprechende Aufnahmen seien "nur anlassbezogen zulässig" und müssten "auf das geringstmögliche Maß reduziert sein", sagte der hessische Landesdatenschutzbeauftragte, Alexander Roßnagel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) . Er ist als Beauftragter für die in Frankfurt am Main sitzenden Tochterunternehmen DB Fernverkehr und DB Regio zuständig. "Der Schutz von Leib und Leben ist ein hohes Rechtsgut", sagte Roßnagel. Die Nutzung von Bodycams stelle aber auch einen starken Eingriff in die Grundrechte der gefilmten Personen dar. Die Daten dürften daher nur in berechtigten Fällen verwertet werden. Zudem müssten alle Fahrgäste darüber informiert werden, wenn sie gefilmt werden. Tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar Ähnlich äußerte sich die wissenschaftliche Leiterin der Stiftung Datenschutz, Kirsten Bock. Beim Einschalten der Bodycam müssten die Bahnbeschäftigten grundsätzlich darauf hinweisen: "Ich schalte jetzt die Kamera ein", sagte sie dem RND . Die Bodycams dauerhaft anzulassen würde dazu führen, dass "auch unbescholtene Personen – quasi als 'Beifang' – aufgezeichnet werden", sagte Bock. Diese könnten so leicht und unschuldig in das Fadenkreuz von polizeilichen Ermittlungen gelangen und müssten sich im Ernstfall gegen Indizien verteidigen. Die Deutsche Bahn hatte am Freitag angekündigt, nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar ihre Sicherheitsmaßnahmen auszuweiten. Ein bei einem Bahn-Sicherheitsgipfel in Berlin beschlossener Aktionsplan sieht unter anderem den Einsatz von Bodycams für alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an Bahnhöfen vor. Zudem werden 200 zusätzliche Kräfte auf Bahnhöfen eingesetzt. Auch Nahverkehrszüge sollen mehr Personal bekommen. Die Schutzausrüstung von Bahnmitarbeitenden wird verbessert, es wird Verhaltens- und Deeskalationstrainings geben.