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26.11.2025
10:45 Uhr
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Bahn-Chefin Evelyn Palla rechnet für das laufende Jahr mit den schlechtesten Pünktlichkeitswerten aller Zeiten. Zu Weihnachten soll darum "alles rollen, was rollen kann".

Die Deutsche Bahn will angesichts der vielen erwarteten Fahrgäste rund um die Weihnachtsfeiertage die Arbeit auf Baustellen im Schienennetz einschränken. Man werde versuchen, "das Baugeschehen runterzufahren über die Weihnachtsfeiertage, damit wir da eine Entlastung im Schienennetz haben", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla dem Portal Table.Briefings . "Alles wird rollen, was rollen kann." Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund der wohl schlechtesten Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr aller Zeiten. Für das laufende Jahr rechnet Palla damit, dass insgesamt weniger als 60 Prozent aller Züge im Fernverkehr ihr Ziel pünktlich erreichen werden. Dazu kommt die traditionell hohe Belastung in der Weihnachtszeit, die in diesem Jahr noch einmal höher ausfallen dürfte. So hat die Bahn für die Weihnachtstage in diesem Jahr bereits sechs Prozent mehr Tickets verkauft als im Vorjahr. Insgesamt rechnet die Bahn mit mehr als fünf Millionen Fahrgästen rund um das Fest. So unpünktlich wie noch nie "Wir werden im Fernverkehr bis Ende des Jahres wahrscheinlich eine Fünf vorne sehen", sagte Palla mit Blick auf die Pünktlichkeitswerte. Seit Juni lag die Quote in jedem Monat unter 60 Prozent. Bereits nach Veröffentlichung der Zahlen für September hatte die Bahn mitgeteilt, dass sie ihr Ziel von 65 bis 70 Prozent pünktlicher Fahrten über das Jahr nicht erreichen werde. Im Oktober hatte die Pünktlichkeit im Fernverkehr mit 51,5 Prozent einen neuen Tiefstand erreicht. Auch im kommenden Jahr soll sich dieser Trend nach Angaben von Palla nicht umkehren. Sie verwies darauf, dass dann noch einmal 2.000 Baustellen entlang des Schienennetzes dazukommen würden. "Erst 2027 wird es spürbar besser", sagte Palla. Ein Zug gilt als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Ausgefallene Züge werden in der Statistik nicht als unpünktlich gezählt – weshalb die Bahn verspätete Züge offenbar strategisch ausfallen lässt, wie Recherchen des Spiegel im September zeigten .