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09.02.2026
17:08 Uhr
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Der Arbeitsalltag bei der Bahn ist nach Gewerkschaftsangaben gefährlicher geworden. Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter fordern Funktionäre Konsequenzen.

Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) beklagen, dass der Arbeitsalltag in Zügen"auf keiner Strecke und zu keiner Uhrzeit" sicher sei. In Mainz trafen sich Funktionäre der Gewerkschaft, um Forderungen für ein besseres Sicherheitskonzept für Mitarbeiterinnen der Bahn vorzustellen. Insbesondere Respektlosigkeiten gegenüber Frauen hätten enorm zugenommen, sagte eine Gewerkschafterin. Sie sei schon mit einem Messer bedroht und bespuckt worden. Bei Eskalationen dauere es oft sehr lange, bis die Bundespolizei da sei, sagte auch die Zugbegleiterin und EVG-Funktionärin Michaela Kettner. Die Zivilcourage bei anderen Fahrgästen habe abgenommen. Tod eines Zugbegleiters nach Attacke Die Gewerkschaft forderte von den zuständigen Landesregierungen, eine umfassende Doppelbesetzung in allen Zügen zur Pflicht zu machen. Das könne auch durch Sicherheitsdienste erreicht werden. Als geeignete Maßnahme zur Deeskalation nannte die Gewerkschaft auch eine Rückkehr zum Fahrkartenverkauf im Zug. Ärgerlich sei, dass Informationen über störende Fahrgäste aus Datenschutzgründen nicht an die Zugbegleiter weitergegeben werden dürfen. Hintergrund des EVG-Treffens ist auch die tödliche Attacke auf einen rheinland-pfälzischen Zugbegleiter in der vergangenen Woche. Bei einer Kontrolle war der alleinerziehende Vater Serkan Çalar von einem Fahrgast attackiert worden. Er starb an den Folgen einer Hirnblutung. Die Familie des Verstorbenen hatte öffentlich darum gebeten, den vollen Namen von Çalar zu veröffentlichen.