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13.02.2026
05:32 Uhr
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Der Bundesverkehrsminister, die Bahnchefin und Branchenvertreter beraten heute über einen besseren Schutz von Bahnmitarbeitern. Es geht um mehr Personal und Bodycams.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters findet an diesem Freitag auf Einladung der Deutschen Bahn ein Gipfeltreffen zum Thema Sicherheit statt. Daran nehmen Vertreter von Bund und Ländern, Gewerkschaften, Verbänden und den Aufgabenträgern für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil. Am Mittag ist eine Pressekonferenz mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla geplant. Ziel des Gipfels sei es, "dass Maßnahmen für mehr Sicherheit der Mitarbeitenden und Reisenden konsequent umgesetzt, verstärkt und ergänzt werden", teilte die Bahn mit. Dabei geht es unter anderem um Forderungen, künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets kontrollieren statt wie bisher oft nur einer. Ein weiterer Vorschlag lautet, allen Beschäftigten mit Kundenkontakt das Tragen von Bodycams zu erlauben, die auch den Ton aufnehmen. Bodycams stehen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn bereits allen Mitarbeitenden zur Verfügung, die eine tragen möchten. Im Fernverkehr und an den Bahnhöfen ist das noch nicht flächendeckend der Fall und auch nicht bei den Wettbewerbern der Deutschen Bahn. Bahn-Beschäftigte fühlen sich bei der Arbeit weniger sicher Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3.000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Doch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert, betonte die Bahn-Gewerkschaft EVG und verwies auf eine eigene Umfrage unter rund 4.000 Mitarbeitenden aus dem vergangenen Jahr. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben dabei an, schon einmal einen verbalen oder körperlichen Übergriff im Arbeitskontext erlebt zu haben. Fast zehn Prozent berichteten davon, sexuell belästigt worden zu sein. Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, ihr Sicherheitsempfinden habe sich in den vergangenen fünf Jahren teils deutlich verschlechtert. Ein 36-jähriger Zugbegleiter war Anfang Februar in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer schwer verletzt worden . Er hatte den Reisenden zuvor kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Der Bahnmitarbeiter starb an seinen Verletzungen.