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18.02.2026
18:06 Uhr
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Nach antisemitischen Aussagen zog sich Xavier Naidoo 2022 aus der Öffentlichkeit zurück. Bei einem Auftritt vor dem Bundeskanzleramt sprach er nun von "Menschenfressern".

Der Sänger Xavier Naidoo hat erneut öffentlich Verschwörungsmythen verbreitet. "Wir reden von Menschenfressern", sagte der 54-Jährige am Dienstag auf einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten . "Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys." Der Musiker beantwortete bei der Demonstration mit dem Titel "Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen" mehrere Fragen von Teilnehmern und Reportern. Dabei sagte er auch: "Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben." Weiter behauptete er, dass alle Menschen unwissentlich schon einmal Menschenfleisch gegessen hätten. Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume verwies auf die antisemitischen Anspielungen in Naidoos Äußerungen. "In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie 'Tothschild' die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet", sagte er. "Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe 'Kinderfresser' und 'Menschenfresser' als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen." Dies sei sehr gefährlich. Veranstalter der Demo distanzieren sich Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage bisher nicht. Die Veranstalter der Demonstration distanzierten sich in einem Instagram-Post vom Auftritt Naidoos. Dieser sei mit anderen Akteuren am Ende der Veranstaltung aufgetaucht und habe den Ort instrumentalisiert. "Wir betonen nachdrücklich, dass unsere Demonstration ausschließlich dem Wohl und den Rechten von Kindern galt und jegliche nachträgliche politische Vereinnahmung nicht unserem Willen und unserer Intention entspricht", schreiben die Veranstalter. Naidoo fällt seit Langem mit Äußerungen im Zusammenhang mit antisemitischen Verschwörungserzählungen auf. Für Aufsehen sorgte etwa schon vor Jahren ein Video, in dem er Thesen der US-amerikanischen QAnon-Verschwörungsideologie verbreitete, wonach angeblich Kindern in satanischen Ritualen Blut abgezapft werde. Zudem bestritt er, dass die Erde rund ist. Zwei laufende Verfahren wegen Volksverhetzung Im April 2022 überraschte der Musiker aus Mannheim mit einem Video, in dem er sich entschuldigte und von extremen Positionen distanzierte . Er sei von Verschwörungserzählungen "geblendet" gewesen, sagte er damals. Naidoo zog sich von den großen Bühnen zurück und feierte erst im Dezember des vergangenen Jahres sein Comeback. Das Auftaktkonzert seiner Tour in Köln war nach Angaben der Veranstalter mit 16.000 Tickets ausverkauft . Ende Januar veröffentlichte er eine Single, die erste seit 2019. Am Landgericht Mannheim laufen weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo . Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen, wie das Gericht bestätigte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es dabei um Inhalte mit Holocaust leugnendem und antisemitischem Charakter, die über einen Telegram-Kanal verbreitet wurden. Naidoos Anwälte bestreiten die Vorwürfe.