Zeit 03.02.2026
09:37 Uhr

Demografie: Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU


Kein Land in der EU hat eine ältere Arbeitsbevölkerung als Deutschland. Fast ein Viertel der Arbeiter hierzulande ist mindestens 55 Jahre alt.

Demografie: Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU
Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der Europäischen Union. In keinem anderen Land der Staatengemeinschaft sind anteilig mehr Erwerbstätige im Alter zwischen 55 und 64 Jahren. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Grundlage von Eurostat-Daten mit. 2024 waren von den rund 40,9 Millionen Erwerbstätigen gut 9,8 Millionen zwischen 55 und 64 Jahre alt. Somit gehören in Deutschland knapp jede und jeder Vierte (24 Prozent) zu dieser Gruppe. Im EU-Schnitt sind es 20 Prozent und in einzelnen Ländern wie Malta sogar nur knapp 11 Prozent. Auch in Luxemburg (12,8 Prozent) und Polen (15,2 Prozent) ist der Altersschnitt bedeutend geringer. Überdurchschnittlich alte Arbeitsbevölkerungen haben ebenso Italien mit 23 Prozent und Bulgarien mit 22,3 Prozent. Älter in Rente Ein Grund für die Entwicklung ist die zunehmende Alterung der Bevölkerung in Deutschland. Zudem gehen die Menschen durchschnittlich später in Rente . Das Bundesamt verweist auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung für das Jahr 2024, nach denen Frauen und Männer im Durchschnitt im Alter von 64,7 Jahren in Rente gingen. 20 Jahre zuvor hatte der Wert noch bei 63 Jahren gelegen. In der Zwischenzeit wurde das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise angehoben, und Modelle zum vorzeitigen Renteneintritt sind ausgelaufen. Die Industriestaaten-Organisation OECD sieht erhebliche Belastungen auf das ‌deutsche Rentensystem zukommen. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ​werde in den nächsten 40 Jahren schrumpfen, hieß es in einer Ende 2025 veröffentlichten Untersuchung. "Daher wird die Verlängerung der ⁠Lebensarbeitszeit entscheidend sein, um die Renten in Zukunft zu finanzieren", schreibt die OECD. So ‍könne das gesetzliche Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Zugleich sollten Vorruhestandsregelungen weniger attraktiv gemacht werden.