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20.02.2026
10:03 Uhr
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Friedrich Merz will ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Auch die Bundesschülerkonferenz sieht Instagram und TikTok kritisch. Ein Verbot lehnt sie trotzdem ab.

Die Bundesschülerkonferenz hat sich gegen ein Nutzungsverbot von sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren ausgesprochen. Die Generalsekretärin der Schülervertretung, Amy Kirchhoff, sagte im Deutschlandfunk, dass soziale Medien für große psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen sorgten. Ein Verbot, wie es etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert, greife jedoch zu kurz. Kirchhoff verwies vor allem auf einen steigenden Vergleichs- und Leistungsdruck auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder TikTok. Hinzu kämen Formen digitaler Gewalt wie Cybermobbing, die für Eltern und Lehrkräfte unsichtbar blieben, weil sie sich beispielsweise in WhatsApp-Chats oder Direktnachrichten abspielten. Darüber hinaus gebe es auf sozialen Medien Desinformation, eine kaum zu bewältigende Informationsflut und "Algorithmen, die ja auch dazu verleiten, immer weiter auf der Plattform zu bleiben, immer weiter zu liken und immer weiter zu scrollen". Allerdings betreffe dieses Suchtpotenzial nicht nur Jugendliche, sondern alle Nutzerinnen und Nutzer. Kirchhoff fordert Stärkung der Medienkompetenz Für viele junge Leute seien soziale Netzwerke zudem eine zentrale Informationsquelle, sagte Kirchhoff. Ohne Instagram, TikTok und andere Plattformen drohe ein Verlust politischer Informationen. Dieser lasse sich nicht durch klassische Medien wie Radio oder Zeitung ausgleichen. Kirchhoff warb dafür, die Debatte über soziale Medien nicht in erster Linie über das Alter der Nutzer zu führen. Entscheidend sei vielmehr die Stärkung der Medienkompetenz – und das schon im frühen Kindesalter und nicht erst mit 15 oder 16. Ein höheres Mindestalter für die Nutzung Sozialer Medien ohne systematische Vor- und Nachbereitung wäre nur eine "Verschiebung des Problems" um wenige Jahre, argumentierte sie. Kirchhoff forderte, Kindern und Jugendlichen konkrete Kompetenzen an die Hand zu geben: "Wie gehe ich mit Social Media um? Wie finde ich mich da zurecht? Und wie kann ich auch meinen Medienkonsum selbstständig einschränken?"