Zeit 10.02.2026
05:48 Uhr

Copernicus: EU-Klimadienst meldet weltweit fünft wärmsten Januar der Geschichte


Auf der Nordhalbkugel tobten Schneestürme, im Süden der Erde herrschte Hitze. Der Januar war ein Monat der Extreme, zeigen neue EU-Wetterdaten.

Copernicus: EU-Klimadienst meldet weltweit fünft wärmsten Januar der Geschichte
Der vergangene Monat ist weltweit der fünftwärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Das zeigen neue Daten des EU-Klimadienstes Copernicus. Im Schnitt lag die Temperatur im diesjährigen Januar rund um den Globus bei 12,95 Grad Celsius. Damit war der diesjährige Januar nur 0,28 Grad kühler als der bisher wärmste gemessene Januar überhaupt – der aus dem Jahr 2025. Menschen in Europa erlebten den Monat jedoch deutlich anders als Bewohner im Süden der Welt. Eisige Polarluft bescherte Europa in den letzten beiden Januarwochen Niedriggrade. In Europa war der Januar der kälteste seit 2010, bei einer Durchschnittstemperatur von minus 2,34 Grad Celsius. Das waren 1,63 Grad kälter als im Durchschnitt von 1991 bis 2020. Auch die USA waren von extremer Kälte und schweren Schneestürmen betroffen. Die Kälte auf der Nordhalbkugel wurde aber in der globalen Statistik durch Rekordhitze auf der Südhalbkugel mehr als ausgeglichen. In Australien, Chile und Patagonien gab es heftige Waldbrände. Das südliche Afrika erlebte schwere Überschwemmungen. Aber auch an Süd- und Nordpol wurden überdurchschnittlich hohe Temperaturen gemessen. Insgesamt lag die globale Durchschnittstemperatur im Januar 2026 mit 0,51 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. "Der Januar 2026 war eine eindringliche Erinnerung daran, dass das Klimasystem gleichzeitig sehr kaltes Wetter in einer Region und extreme Hitze in einer anderen hervorbringen kann", sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage. Dies zeige, wie wichtig es für die Gesellschaft sei, sich an zunehmende Wetterextreme und erhöhte Klimarisiken anzupassen. Auch Meere haben sich stark erwärmt Auch die Meere waren im Januar so warm wie selten zuvor. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur lag im Januar weltweit bei 20,68 Grad – die viertwärmste jemals gemessene Oberflächentemperatur für diesen Monat. Die bisher höchste Meerestemperatur im Januar wurde im Januar 2024 gemessen. Der diesjährige Januar lag nur 0,29 Grad darunter. Allerdings meldeten Forscher für Teile des Nordatlantiks auch in diesem Jahr neue Rekordwerte , darunter auch für die Norwegische See. In der Arktis lag die durchschnittliche Meereseisausdehnung im Januar sechs Prozent unter dem Durchschnitt. Dies sei der drittniedrigste Wert für diesen Monat, teilte Copernicus mit. In West-, Süd- und Osteuropa war der Januar nasser als üblich. Starke Niederschläge führten zu Überschwemmungen und erheblichen Schäden, unter anderem in Italien, im westlichen Balkan und in Großbritannien. Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmäßig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen.