Zeit 29.12.2025
12:57 Uhr

China: Taiwan verurteilt "militärische Einschüchterung" durch China


Taiwan hat seine Truppen zum eigenständigen Reagieren auf chinesische Bedrohungen ermächtigt. Die Regierung sieht die internationale Ordnung in Gefahr.

China: Taiwan verurteilt
Taiwan hat seine Fronttruppen ermächtigt, auf Bedrohungssituationen durch die Volksrepublik China eigenständig zu reagieren. Das teilte das taiwanische Verteidigungsministerium mit und reagierte damit auf eine groß angelegte Militärübung , die die Volksrepublik vor der Insel durchführt. Die Regierung in Taipeh verurteilte die "militärische Einschüchterung" durch China als "Missachtung internationaler Normen". Die chinesischen Militärübungen seien ein weiterer Beweis für Chinas "Stellung als Aggressor" und "größter Zerstörer des Friedens", teilte das Verteidigungsministerium mit. Weiter hieß es, die von China für die Übungen ausgewählten Gebiete umfassten auch internationale Flugrouten. Bis 15 Uhr (Ortszeit) seien 14 chinesische Militärschiffe registriert worden, teilte das Ministerium mit. Daneben habe man vier Boote der chinesischen Küstenwache an der Nord- und Ostküste entdeckt. Die Armee der Insel schickte nach eigenen Angaben umgehend größere Schiffe und unterstützende Einheiten in die betroffenen Gebiete. Das chinesische Militär bezeichnete die Übung als "ernste Warnung" vor separatistischen und "sich von außen einmischenden" Kräften. China führt immer wieder Manöver rund um Taiwan durch. Es ist jedoch das erste Mal, dass die Volksrepublik öffentlich mitteilte, das Manöver ziele auch auf die "Abschreckung" einer ausländischen militärischen Einmischung ab. Die chinesische Armee setzt bei den aktuellen Übungen nach eigenen Angaben Zerstörer, Fregatten, Jäger, Bomben und Drohnen ein und verwendet auch scharfe Munition. Das taiwanische Verkehrsministerium teilte mit, dass es die zuständigen Behörden dazu angewiesen habe, internationale Flüge aus gefährlichen Gebieten umzuleiten oder alternative Routen bekannt zu geben. Mehr als 100.000 internationale Reisende sowie 6.000 Passagiere von Inlandsflügen seien betroffen. Flugunternehmen seien dazu angehalten, Reisende vorab über Änderungen zu informieren und genügend Treibstoff zu tanken. Auch für Handelsschiffe, die die Übungsgebiete durchqueren, müssten alternative Routen gefunden werden. Japan erwägt öffentlich, bei Angriff militärisch einzugreifen Das neue Manöver folgt auf Spannungen mit den USA und Japan. Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hatte im November gesagt , ein möglicher Angriff Chinas auf Taiwan könnte eine militärische Reaktion Japans auslösen. Kurze Zeit später hatten die USA neue Waffenlieferungen an Taiwan im Wert von 11,1 Milliarden US-Dollar angekündigt. China betrachtet die Inselrepublik als abtrünnige Provinz, obwohl Taiwan seit Jahrzehnten eine von China unabhängige und demokratisch gewählte Regierung hat. Die Volksrepublik strebt eine Vereinigung mit Taiwan an und droht mit dem Einsatz des Militärs, sollte dies nicht auf friedlichem Wege gelingen. Nach Auskunft des taiwanischen Verteidigungsministeriums haben sich die Zeiträume zwischen den von China abgehaltenen Übungen zuletzt verkürzt, weshalb das taiwanische Militär seine Ausbildungs- und Einsatzmodelle angepasst habe.