Zeit 22.12.2025
17:47 Uhr

Charterflug aus Islamabad: Weitere Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland eingetroffen


Erneut sind mehr als 140 Afghaninnen und Afghanen mit einem Charterflug nach Hannover gekommen. Sie hatten eine Aufnahmezusage von der Bundesregierung erhalten.

Charterflug aus Islamabad: Weitere Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland eingetroffen
Mit einem von der Bundesregierung organisierten Charterflug sind weitere 141 Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland gekommen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage bestätigte, landete das Flugzeug in Hannover. Die Eingereisten hatten nach der Machtübernahme der Taliban eine Aufnahmezusage erhalten und kamen jetzt von Islamabad nach Niedersachsen. Später sollen sie auf die Bundesländer verteilt werden. Die Menschen waren Teil des Ortskräfteverfahrens und des Bundesaufnahmeprogramms. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte entschieden, dass grundsätzlich nur noch Personen aus diesen Programmen einreisen sollen. Aufnahmezusagen aus anderen Aufnahmeprogrammen werden als nicht mehr rechtsverbindlich angesehen. Pakistan hat der Bundesregierung eigentlich nur bis zum Jahresende Zeit für die Aufnahmeverfahren gegeben. Danach werde man die Menschen nach Afghanistan abschieben, hieß es. Allerdings ist die Grenze zum Nachbarland aktuell weitgehend geschlossen. Schwarz-rote Koalition hatte Aufnahmeprogramme beendet Die Taliban hatten in der afghanischen Hauptstadt Kabul im August 2021 erneut die Macht übernommen. Die Bundesregierung versprach ehemaligen Ortskräften deutscher Institutionen sowie weiteren Menschen, die man für besonders gefährdet hielt, eine Aufnahme in Deutschland. Die aktuelle Koalition von Union und SPD hatte dann allerdings vereinbart, humanitäre Aufnahmeprogramme "so weit wie möglich" zu beenden. Bundesinnenminister Dobrindt ließ daher auch die Aufnahmeversprechen an gefährdete Afghaninnen und Afghanen erneut prüfen. Nachdem etliche Menschen aus dem sogenannten Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan erfolgreich auf Erteilung eines Visums geklagt hatten, wurden für diese Menschen und für Menschen mit ähnlich gelagerten Fällen wieder Einreisen nach Deutschland organisiert. Rund 650 Menschen aus Afghanistan, die Zusagen über eine "Menschenrechtsliste" und eine sogenannte Überbrückungsliste erhalten hatten, erhielten kürzlich eine endgültige Absage von der Bundesregierung – verbunden mit dem Angebot, ihnen bei der Rückkehr nach Afghanistan oder der Ausreise in ein anderes aufnahmebereites Land zu helfen, auch finanziell. Nouripour appelliert an die Bundesregierung Bei den Afghaninnen und Afghanen, die in Hannover gelandet sind, handelt es sich laut Bundesinnenministerium um 123 Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm. An Bord der Maschine waren 18 Menschen, die als frühere Ortskraft beziehungsweise Angehörige einer Ortskraft einreisen durften . Den Angaben zufolge befinden sich in Pakistan nunmehr noch rund 45 Menschen im Ortskräfteverfahren sowie 264 Menschen im Bundesaufnahmeprogramm. Der Grünenpolitiker Omid Nouripour rief die Bundesregierung auf, alle Afghaninnen und Afghanen, die einst eine Zusage erhalten hatten, nach Deutschland zu holen . "Es ist beschämend, dass viele Betroffene nach dem Entzug der Aufnahmezusage gezwungen sind, ihr Recht vor Gericht einzufordern", sagte der Bundestagsabgeordnete. Im Falle einer Abschiebung wären sie dem brutalen Terror der Taliban schutzlos ausgeliefert.