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22.11.2025
05:11 Uhr
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Eigentlich sollte die COP30 in Belém längst beendet sein. In Fragen wie dem Kohleausstieg gibt es aber weiter Streit. Der Konferenz droht ein Abschluss ohne Einigung.

Die Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien dauert an. Bis zum offiziellen Ende am Freitagabend Ortszeit konnten sich die rund 200 Staaten in strittigen Fragen nicht einigen. Die Verhandlungen gehen damit weiter. Besonders heftig wird darum gerungen, ob ein Plan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas erarbeitet werden soll. Mehr als 80 Staaten – darunter Deutschland – werben für einen solchen Plan. Doch die Widerstände etwa bei den Ölstaaten sind groß. Gastgeberland Brasilien forderte die Länder auf, ihre Differenzen zu überwinden und die Botschaft zu senden, dass konzertierte globale Maßnahmen der beste Weg nach vorne sind. "Dies darf keine Agenda sein, die uns spaltet", sagte COP30-Präsident André Corrêa do Lago vor den Delegierten in einer öffentlichen Plenarsitzung, bevor er sie zu weiteren Verhandlungen entließ. "Wir müssen eine Einigung erzielen", sagte er. Auch in den vergangenen Jahren waren UN-Klimagipfel stets in die Verlängerung gegangen. In Brasilien verloren die Verhandler und Verhandlerinnen zusätzlich rund einen halben Tag, weil das Gelände wegen eines Feuers zwischenzeitlich geräumt werden musste . Scheitern der Konferenz ist möglich Die brasilianische Präsidentschaft wollte eigentlich pünktlich fertig werden oder maximal "fünf bis zehn Minuten" überziehen. Doch zuletzt verlief der Gipfel nicht mehr nach ihrem Plan: Einige Runden platzten, weil Länder sich nach Angaben von Beobachterinnen und Beobachtern nicht gesprächsbereit zeigten. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte, der Freitagfrüh vorgelegte neue Beschlussentwurf reiche "bei Weitem nicht" aus. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra schloss einen Abschluss der Konferenz "ohne Vereinbarung" nicht aus. "Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist inakzeptabel", sagte Hoekstra. Es sei nicht zu leugnen, "dass wir wirklich vor einem Szenario ohne Vereinbarung stehen". Schneider betonte, der neue Beschlussentwurf könne so "nicht bleiben". "Das werden noch harte Verhandlungen", sagte er. Vor Journalisten argumentierte der Umweltminister, die Erde brauche "konkrete Maßnahmen: Ausbau der erneuerbaren Energien, raus aus den Fossilen". Kein einziges Mal das Wort "fossile" im Beschlussentwurf Der neue Beschlussentwurf enthält zwar vielfach das Bekenntnis zur 1,5-Grad-Grenze und betont die Notwendigkeit, die globalen Treibhausgasemissionen drastisch zurückzufahren. Auf sieben Seiten findet sich aber kein einziges Mal das Wort "fossile", geschweige denn der von Deutschland und vielen anderen Staaten geforderte Fahrplan für eine Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Vor der Veröffentlichung des neuen Entwurfs hatten etwa 30 Staaten in einem Brief an die COP-Präsidentschaft gedroht, einem Beschluss ohne einen solchen Ausstiegsfahrplan nicht zuzustimmen. "In seiner jetzigen Form erfüllt der Vorschlag nicht einmal die Minimalbedingungen für ein glaubwürdiges Ergebnis der COP", erklärten in dem Schreiben vom Donnerstag Staaten wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Kolumbien.