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20.11.2025
21:19 Uhr
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Nach dem Feuer auf der UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém bleibt die Konferenz bis Mitternacht unterbrochen. Zehntausende Teilnehmer wurden evakuiert.

Die Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz sind in der entscheidenden Phase wegen eines Feuers unterbrochen worden. Die Teilnehmer können laut dem UN-Klimasekretariat frühestens um 20 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) wieder zurückkehren. Das Klimasekretariat dankte den Delegierten für die "schnelle Evakuierung". Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, es sei nur "begrenzter Schaden" entstanden. Nach Angaben des brasilianischen Tourismusminister Celso Sabino auf der Plattform X wurde niemand verletzt. Was das Feuer auslöste, ist noch unklar. Zehntausende Delegierte mussten evakuiert werden. Betroffen war der Bereich der Länderpavillons. In dieser sogenannten Blue Zone werden auch die Verhandlungen geführt und Meetings oder Pressekonferenzen veranstaltet. Die Halle ist wie ein großes Zelt aufgebaut, ohne Tageslicht oder Fenster. Auf Videos ist zu sehen, wie das Feuer an einem der Stände ausbrach. Die Flammen brannten ein großes Loch in die Decke. Flammen waren zu sehen, die aus einem Bereich des Geländes schlagen. Menschen liefen aus dem Bereich, aus dem grauer Rauch kam. "Plötzlich hieß es, es sei ein Feuer ausgebrochen" Nach ZEIT-Informationen gab es keinen Feueralarm auf dem Gelände. Die Teilnehmer hätten sich teilweise gegenseitig über Handynachrichten informiert. Die Organisatoren sollen außerdem alle Delegierten per Mail informiert haben, das Gelände zu verlassen. Der Generaldirektor der Deutschen Umweltstiftung, Alexander Bonde, postete ein Video auf X von der Lage vor Ort. Er und seine Mitarbeiter seien aus einem laufenden Meeting plötzlich in Sicherheit gebracht worden, sagte er der ZEIT. "Es hieß, es sei ein Feuer ausgebrochen. Die Sicherheitsleute waren dann schnell da und haben uns weggebracht." Die Rauchentwicklung sei groß gewesen. Laut Bonde stoppten die Verhandlungen und alle Veranstaltungen wurden zunächst ausgesetzt. "Wir stehen jetzt draußen auf dem Gelände. Hier riecht man das Feuer deutlich." Bei dem Klimagipfel verhandeln mehr als 190 Länder über Schritte für ambitionierteren Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel . Das Treffen soll offiziell am Freitag zu Ende gehen. Mehr als 50.000 Teilnehmer sind angemeldet. Inwieweit das Feuer den Zeitplan nochmal ändert, ist aktuell offen. Brasilien wollte die Konferenz eigentlich pünktlich beenden. Das Feuer macht das eher unwahrscheinlich. Fossiler Ausstieg im Fokus, Guterres macht Druck Im Fokus der Verhandlungen steht derzeit besonders die Frage, ob man sich als Weltgemeinschaft – minus der USA – darauf einigen kann, einen Plan für den Ausstieg aus der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zu erarbeiten . Deutschland, die EU und Dutzende weitere Staaten pochen auf Fortschritte, andere Staaten blockieren. Nötig ist eine einstimmige Entscheidung. Wenige Stunden vor Ausbruch des Feuers hatte UN-Generalsekretär António Guterres die rund 200 Staaten noch aufgefordert, beherzt und kompromissbereit in die Schlussphase der Verhandlungen zu gehen. "Jetzt ist Führung gefragt. Seien Sie mutig. Folgen Sie den wissenschaftlichen Erkenntnissen . Stellen Sie den Menschen über den Profit", sagte er. Die "einzige rote Linie" sei dabei das vor zehn Jahren in Paris vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad einzudämmen .