Zeit 23.11.2025
00:14 Uhr

COP30: António Guterres warnt nach Klimagipfel vor gefährlicher Lücke


Der UN-Generalsekretär ruft zu mehr Finanzhilfen für vom Klimawandel besonders betroffene Länder auf. Die Vereinten Nationen würden weiter zu "größeren Ambition"drängen.

COP30: António Guterres warnt nach Klimagipfel vor gefährlicher Lücke
UN-Generalsekretär António Guterres hat das Ergebnis der 30. Weltklimakonferenz (COP30) als Fortschritt gewürdigt, zugleich jedoch vor gefährlich großen Lücken im globalen Klimaschutz gewarnt. In einer Erklärung zum Abschluss des Gipfels im brasilianischen Belém lobte er, dass die Staatengemeinschaft trotz geopolitischer Spannungen einen Konsens erzielt habe. Dennoch seien die Beschlüsse nicht annähernd weitreichend genug gewesen, um einen weiteren Temperaturanstieg und damit irreversible Kipppunkte zu vermeiden. "Ich kann nicht so tun, als habe die COP30 alles Nötige geliefert", sagte Guterres. Viele seien "womöglich enttäuscht" von den Ergebnissen, darunter Indigene und junge Menschen. "Die Kluft zwischen dem, wo wir stehen, und dem, was die Wissenschaft fordert, ist nach wie vor gefährlich groß", sagte der UN-Generalsekretär. Positiv sei, dass die Staaten in ihrer Abschlusserklärung festlegten (PDF), dass sie mehr Geld für Klimaanpassung bereitstellen wollen – bis 2035 dreimal so viel wie bisher – und sich auf einen Mechanismus geeinigt haben, der Länder und Beschäftigte beim Umstieg auf saubere Energien unterstützen soll. Doch die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, müsse das Ziel bleiben, sagte er. Dafür seien tiefgreifende und schnelle Emissionssenkungen sowie ein konsequenter Übergang weg von fossilen Energien nötig. Generalsekretär will zu "mehr Solidarität" drängen Trotz Verhandlungen durch die Nacht hatten sich die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer in Brasilien nicht darauf einigen können, einen verbindlichen Plan für eine Abkehr von Öl, Kohle und Gas zu erarbeiten. Die Delegierten verständigten sich nur auf einen Minimalkompromiss. Der Beschlusstext enthält keinen Fahrplan für den globalen Ausstieg aus fossilen Energien – darauf hatte insbesondere die EU gedrängt. Guterres rief zudem zu deutlich mehr Finanzhilfen für Entwicklungsländer auf – sowohl zur Emissionsminderung als auch für Anpassung, Resilienz und den Umgang mit Verlusten und Schäden infolge des Klimawandels. Er könne nachvollziehen, dass viele Menschen – insbesondere junge Leute , indigene Bevölkerungsgruppen und Betroffene extremer Wetterereignisse – von den Ergebnissen enttäuscht seien. Der UN-Generalsekretär sicherte zu, weiter auf "größere Ambition und mehr Solidarität" zu drängen. An Aktivisten, Delegationen, Experten und Medien appellierte er, nicht aufzugeben: "Die Geschichte steht auf eurer Seite – und ebenso die Vereinten Nationen."