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04.02.2026
15:04 Uhr
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Die internationale Battlegroup Lithuania wird dem Kommando der Bundeswehr unterstellt. Bei einer Zeremonie in Kaunas wurden die Nato-Soldaten in die Brigade integriert.

Die Litauen-Brigade der Bundeswehr ist deutlich erweitert worden. Der offiziell als Panzerbrigade 45 bezeichnete Großverband übernahm bei einem Appell in der litauischen Großstadt Kaunas offiziell das Kommando über die Multinational Battlegroup Lithuania. Der aus Soldaten mehrerer Nato-Staaten bestehende Verband wird somit zum festen Bestandteil der Brigade. 1.500 Soldaten nahmen im Zentrum der zweitgrößten litauischen Stadt an der Zeremonie teil. Das Bundesverteidigungsministerium vertrat Staatssekretär Sebastian Hartmann (SPD), das Gastgeberland der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas. "Das ist die Zeitenwende in Aktion", sagte er in seiner kurzen, auf Englisch gehaltenen Rede. Russland habe einen "systematischen Aufbau militärischer Fähigkeiten" vorangetrieben, der Bundestag habe in Reaktion darauf die nötigen Mittel bereitgestellt, um "gegen jegliche Aggression" abzuschrecken und nötigenfalls sich auch zu verteidigen. Soldaten "ab heute Nacht bereit zum Kampf" Für die Bundeswehr war der Inspekteur des Heeres, Christian Freuding, vor Ort. Die Nato-Streitkräfte und somit auch die Soldaten der Bundeswehr in Litauen seien "ab heute Nacht bereit zum Kampf, was immer auch nötig sein mag", sagte Freuding im Anschluss an den Appell vor Journalisten. Kaunas sagte, es sei "ein großartiges Gefühl" der "Sicherheit und Stabilität", dass deutsche Soldaten in so großer Anzahl zur Verteidigung Litauens eingesetzt seien. Litauen unternimmt für den Aufbau der nötigen Infrastruktur erhebliche finanzielle Anstrengungen. Kaunas sagte, sein Land realisiere für die Brigade "das größte Militärinfrastruktur-Projekt der Geschichte". Der Bau schreite um etwa zehn Monate schneller voran als geplant. Bis Ende des Jahres dürften die nötigen Einrichtungen bereits abgeschlossen sein. 4.800 Soldaten bis 2027 geplant Die Multinational Battlegroup ist seit 2017 in Litauen im Einsatz, mit der Übergabe wird sie zu einem der drei Verbände der Litauen-Brigade. Die zwei weiteren Verbände, das Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen, wurden bereits in den vergangenen Tagen in die Brigade eingegliedert. Die Litauen-Brigade wird offiziell Panzerbrigade 45 genannt. Im April 2025 ist sie in den Dienst gestellt worden . Bis Ende 2027 soll sie mit insgesamt 4.800 Soldaten und 200 zivile Angestellte die volle Truppenstärke erreicht haben und somit voll einsatzbereit sein. Zentrale Standorte sind das unweit der Grenze zu Belarus und südwestlich der Hauptstadt Vilnius gelegene Rudninkai sowie Rukla nahe der zweitgrößten litauischen Stadt Kaunas. Verteidigungsminister Pistorius hat die Litauen-Brigade mehrfach als "Leuchtturmprojekt" der Zeitenwende in der deutschen Verteidigungspolitik bezeichnet. Sie ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die erste deutsche Brigade, die dauerhaft im Ausland eingesetzt ist. Schutz der sogenannten Suwałki-Lücke Der Großverband soll zur Stärkung der Nato-Ostgrenze beitragen – jener Gebiete also, die zum nordatlantischen Militärbündnis gehören und an Russland, Belarus oder die Ukraine angrenzen. Russland soll davor abgeschreckt werden, nach der Ukraine weitere europäische Staaten anzugreifen . Zu den Aufträgen der Litauen-Brigade gehört laut Bundeswehr der Schutz der sogenannten Suwałki-Lücke, des Landkorridors rund um die gleichnamige polnische Stadt. Er befindet sich zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Belarus. Nach Ansicht von Militärstrategen dürften Russland und das verbündete Belarus im Fall eines Angriffs versuchen, das Gebiet zu besetzen und so die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland vom restlichen Nato-Gebiet abzuschneiden.