Zeit 21.11.2025
22:16 Uhr

Bundesstaat Niger: Schüler und Mitarbeiter aus katholischer Schule in Nigeria verschleppt


Mehr als 200 Kinder sind laut einer kirchlichen Vereinigung aus einer katholischen Schule in Nigeria entführt worden. Der Angriff ereignete sich im Bundesstaat Niger.

Bundesstaat Niger: Schüler und Mitarbeiter aus katholischer Schule in Nigeria verschleppt
In Nigeria haben bewaffnete Angreifer offenbar mehr als 200 Kinder aus einer katholischen Schule verschleppt. Insgesamt seien 215 Schulkinder und zwölf Lehrkräfte entführt worden, teilte ein Sprecher der Christian Association of Nigeria, Daniel Atori, mit. Der Angriff ereignete sich demnach in der Gemeinde Papiri im nigerianischen Bundesstaat Niger. Ein Wachmann habe zudem einen "üblen Schuss" abbekommen, hieß es von der katholischen Diözese Kontagora. Der Angriff ereignete sich Polizeiangaben zufolge in den frühen Morgenstunden. Das Militär und andere Sicherheitskräfte seien in die betroffene Gemeinde entsandt worden. Zuvor herrschte eine erhöhte Warnstufe, wie die Staatsregierung in Niger mitteilte. Trotzdem habe die Schule den Betrieb wieder aufgenommen, ohne die Regierung zu konsultieren. So habe die Bildungseinrichtung die Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeitende einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt, hieß es. Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren besuchen demnach die Schule. Mehrere Verschleppungen in dieser Woche Im Norden Nigerias werden seit Jahren immer wieder Menschen verschleppt. Bewaffnete Gruppen nutzen die mangelnde Sicherheitspräsenz aus, um Dörfer und Hauptstraßen anzugreifen. Ein Vertreter der Kirche sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass erst am Dienstag 38 Gläubige aus einer Kirche im Bundesstaat Kwara verschleppt worden seien. Für jede Geisel würden 100 Millionen Naira an Lösegeld verlangt – umgerechnet fast 60.000 Euro. Zuvor waren am Montag 25 Schülerinnen aus einem Internat im Bundesstaat Kebbi entführt worden. Eines der Mädchen entkam selbstständig und kehrte zu seiner Familie zurück, wie Schulleiter Musa Rabi Magaji der Nachrichtenagentur AP sagte. Nigerias Präsident Bola Tinubu sagte bereits nach dem Vorfall in Kebbi geplante Reisen nach Südafrika und Angola ab. Dort finden in den kommenden Tagen der G20-Gipfel und ein Treffen zwischen EU und Afrikanischer Union statt. In Nigeria leben etwa genauso viele Christen wie Muslime. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. In Nigeria gibt es zahlreiche Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen, bei denen sowohl Christen als auch Muslime angegriffen werden .