Zeit 19.02.2026
06:38 Uhr

Bundesregierung: Regierungsflieger fliegen häufiger leer als mit Regierungsvertretern


Regierungsvertreter dürfen bei offiziellen Auftritten die Flugzeuge der Bundeswehr benutzen. Dadurch fliegen aber viele Maschinen häufig leer. Das sorgt für Kritik.

Bundesregierung: Regierungsflieger fliegen häufiger leer als mit Regierungsvertretern
Die Flugbereitschaft der Bundeswehr ist in jüngster Zeit häufiger ohne als mit Regierungsvertretern in der Luft gewesen. Das Verteidigungsministerium teilte nach einer Anfrage der Linken mit, dass es zwischen dem Amtsantritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Mai 2025 bis zum Ende desselben Jahres 488 Flüge mit Kabinettsmitgliedern oder dem Bundespräsidenten gegeben habe. Das Ministerium listete in der Antwort, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert, zudem 700 "Bereitstellungsflüge" auf. Ein Bereitstellungsflug kann beispielsweise sein, wenn die Flugbereitschaft von ihrem Stützpunkt in Köln zu dem Ort fliegt, wo die offiziellen Gäste sie brauchen. In der Vergangenheit reagierte das Verteidigungsministerium auf Kritik an diesen sogenannten Leerflügen, dass sie gezielt für Aus- und Weiterbildung genutzt würden. Linkenpolitiker kritisiert zu häufige Nutzung der Flugzeuge Der Linkenabgeordnete Dietmar Bartsch mahnte zur sparsameren Nutzung der Flugbereitschaft. "Dass die Bundesregierung im Schnitt mehr als einmal täglich die VIP-Flüge der Bundeswehr nutzt, ist in diesem Ausmaß nicht akzeptabel", sagte der frühere Linkenfraktionschef. " Die Nutzung ist ein Privileg, mit dem sorgsam und sparsam umgegangen werden sollte ." Stattdessen sollten häufiger Linienflüge oder die Bahn genutzt werden. Es sei kaum zu vermitteln, dass rund 500 Flügen mit Passagieren 700 "Leerflüge" gegenüberstünden, sagte Bartsch. Er nannte es einen "teuren Konstruktionsfehler", dass die Flugbereitschaft in Köln stationiert sei, während die Bundeshauptstadt seit mehr als 30 Jahren Berlin sei. Die Liste des Verteidigungsministeriums führt das Bundeskanzleramt mit 106 Flügen an. Darauf folgt das Auswärtige Amt mit 96 Flügen und das Bundespräsidialamt mit 66 Flügen. Mit zwei Flügen nutzte das Landwirtschaftsministerium die Flugbereitschaft am wenigsten.