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12.12.2025
09:32 Uhr
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Die Mainzer sind am absoluten Tiefpunkt. Jetzt müssen sie auch noch zu den Bayern. Es gibt nur einen Grund, das Spiel überhaupt zu schauen. Alles zum 14. Spieltag

Wer spielt gegen wen? Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen? St. Pauli gegen Heidenheim. Halt, jetzt nicht gleich abspringen! Glauben Sie mir: Da rappelt’s im Tabellenkeller. Die Heidenheimer haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass da doch noch was geht. Zwei Siege in Folge, ein Lächeln von Frank Schmidt – the sky is the limit . St. Pauli hat den ungebremsten Fall zuletzt mit einem Unentschieden minimal verlangsamt. In Sachen Moral und unbedingtem Willen sind beide Teams top. Sie haben Bock, zu fighten! Vielleicht nicht so doll wie Stina Johannes (siehe unten), aber gut, das kann man auch wirklich nicht verlangen. Immerhin: Sie fighten buchstäblich bis zur letzten Sekunde. St. Pauli erkämpfte sich sein Unentschieden in der 94. Minute, Heidenheims Siegtreffer fielen auch jeweils in der Nachspielzeit. Ist also gar nicht so wichtig, dass sie am Samstag pünktlich um 15.30 Uhr einschalten. Hauptsache, Sie bleiben bis zur letzten Sekunde dran. Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen? Bayern gegen Mainz. Schon Fastnachtssendungen sind ja ein eher spezielles Vergnügen, aber Mainz wie es sinkt und kracht will nun wirklich keiner sehen. Auf dem letzten Tabellenplatz haben die Rheinhessen gerade so gar nichts zu lachen. Den letzten Bundesligasieg holten sie im September, und zwar gegen Augsburg, zählt also nur so halb. Das Einzige, was noch länger her ist, ist die letzte Bayernniederlage. Gut, die Mainzer haben einen neuen Trainer. Und zwar nicht irgendeinen, sondern Urs Fischer. Der ist in seinen Jahren bei Union Berlin zu so einer Legende geworden, dass man ihn sich lange an keinem anderen Spielfeldrand vorstellen konnte. Er offenbar auch nicht, denn Mainz ist seine erste Trainerstation seit dem Weggang aus Berlin vor zwei Jahren. Aber auch eine Legende kann nicht direkt Wunder vollbringen. Dass die Mainzer gewinnen, ist also trotzdem in etwa so wahrscheinlich wie ein Mainzer, der mit "Alaaf" grüßt. Wer steht im Blickpunkt? Gut, einen Grund gibt es dann doch, das Spiel am Sonntag zu schauen: Lennart Karl. Warum, muss man geneigten ZEIT-Lesern und -Hörerinnen eigentlich nicht erklären. Sie wissen schon, dass er der jüngste alte Hase der Liga ist, der Messi aus Frammersbach und gerade wahnsinnig gehypt . Und Julian Nagelsmann weiß das auch. Spätestens seit dieser Woche will ganz Fußballdeutschland wissen, ob er Karl denn nun mit zur WM nimmt. Lennart Karl hingegen scheint von der ganzen Angelegenheit wunderbar unberührt. Unter der Woche schoss er gegen Sporting Lissabon sein drittes Champions-League-Tor im vierten Einsatz. Der 17-Jährige ist damit nicht mehr nur der jüngste deutsche Champions-League-Torschütze, sondern auch der jüngste Spieler überhaupt, der in drei aufeinanderfolgenden Champions-League-Spielen getroffen hat. Vielleicht ist ja gegen Mainz der nächste Rekord fällig.