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08.12.2025
06:03 Uhr
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Harry Kane braucht nicht mal eine Halbzeit für einen Hattrick. Zeit, sich bei ihm zu entschuldigen. Und kann Urs Fischer noch zaubern? Alles Wichtige zum 13. Spieltag

Wer spielte wie gegen wen? Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen? Hamburg gegen Bremen. Das erste Nordderby in der Bundesliga seit siebeneinhalb Jahren ging an den HSV. Es war ein emotionaler Sonntagnachmittag, der einen mal wieder daran erinnerte, wie sehr der HSV der Liga gefehlt hat. 56.000 Fans im Volksparkstadion, super Stimmung, viel Pyro – minutenlang konnte die zweite Hälfte wegen des Rauchs nicht angepfiffen werden; dann fing auch das Geschehen auf dem Platz Feuer. Der 18 Jahre alte Luka Vušković, eine Leihgabe von Tottenham Hotspur, räumte in der Innenverteidigung auf und brachte den HSV mit dem Tor des Jahres 2:1 in Führung: Einen Freistoß lenkte er mit dem Rücken zum Tor stehend mit der Hacke in eben jenes. Ikonisch auch sein Jubel vor der Nordtribüne. Kurz schockte Werder die Heimfans mit dem Ausgleich. Doch in der 84. Minute schoss der lange verletzte Yussuf Poulsen sein erstes Tor für den HSV und damit sein Team zum Sieg. Zum für die Fans wichtigsten der Saison. Sie sangen: "Die Nummer eins im Norden sind wir." Ist im Norden auch etwas einfacher als im Süden, trotzdem Glückwunsch. Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen? Leipzig gegen Frankfurt. Es sollte das Topspiel sein – dafür hätte man aber zwei Topmannschaften gebraucht. Die Eintracht ist aktuell keine. Sie bekam mal wieder die Bude voll, mit den sechs Gegentoren in Leipzig kommt sie jetzt in der Bundesliga auf insgesamt 29. Schlechter ist keiner. Auch in der Champions League setzte es schon mehrere Klatschen (zweimal 1:5, einmal 0:3). An den Eintracht-Verteidigern vorbeizudribbeln ist einfacher, als am Frankfurter Bahnhof verbotene Substanzen zu kaufen. Dino Toppmöller muss sich gegen dieses systemische Defensivproblem etwas einfallen lassen. RB festigte derweil seinen Status als best of the rest hinter den Bayern. Yan Diomande traf dreimal. Ob Julian Nagelsmann beim Zusehen nervös wurde? Im Juni trifft er bei der WM auf Diomande und die Elfenbeinküste. Wer stand im Blickpunkt? Harry Kane. Beim Auswärtsspiel in Stuttgart saß der Engländer eine Stunde auf der Bank. Bei seiner Einwechslung führten die Bayern alles andere als souverän mit 1:0. Dann kam Kane und erzielte seinen zehnten Dreierpack in der Bundesliga. Die Bayern gewannen 5:0, der immer noch in München unter Vertrag stehende Torwart Alexander Nübel sah mehrfach gar nicht wie ein künftiger Bayern-Torwart aus. Und vielleicht ist es für einen gewissen Sportredakteur Zeit, sich bei Harry Kane zu entschuldigen. Weniger als 20 Tore werde er schießen, war mein hot take vor der Saison . Der Sinn einer steilen These ist, dass sie wahrscheinlich nicht eintrifft, aber mein take ist inzwischen wirklich eiskalt. 17 Bundesligatore hat Kane schon geschossen, wenn er so weitermacht, hat er am Saisonende 44. Ich muss zugeben, ich habe den 32 Jahre alten Stürmer unterschätzt und die Bundesligadefensiven überschätzt. Also: Sorry, Harry!