Zeit 20.02.2026
14:58 Uhr

Bundesliga-Vorschau: Nicht mal mehr über Dortmund lachen darf man


Der BVB formuliert Ambitionen und das auch noch zurecht. Fehlt nur noch, dass auch Frankfurts Trainer Albert Riera den großen Worten Taten folgen lässt. Der 23. Spieltag

Bundesliga-Vorschau: Nicht mal mehr über Dortmund lachen darf man
Wer spielt wann gegen wen? Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen? Leipzig gegen Dortmund. Der BVB will Meister werden. Hat Nico Schlotterbeck neulich gesagt. Zu gerne würde man ihn kontern, von wegen: Dortmunder Ambitionen, immer auch bekannt als falsche Hoffnung wecken. Aber wir müssen uns den Hohn verkneifen, denn wer fünfzehn Bundesligaspiele hintereinander ungeschlagen bleibt, davon elf gewinnt, der darf das. Dass der verletzte Schlotterbeck zurzeit gar nicht spielt, ist nicht mal hinderlich. Ohne ihn gab es Zwei-zu-Null-Siege, zuletzt am Dienstag gegen Atalanta Bergamo im Play-off-Hinspiel der Champions League (2:0). Die Bullen hingegen sollten wieder mal liefern. Vorn liegen sie nur in der Wer-ärgert-die Bayern-am-wenigsten-Tabelle. Aus dem Titelrennen haben sie sich nur deswegen nicht bereits verabschiedet, weil sie – wie immer – nie drin waren. Auch zum zweitplatzierten BVB ist der Rückstand riesig. "Die Champions League muss unser Anspruch sein", sagte Leipzigs Nationalspieler Benjamin Henrichs diese Woche, "noch ein Jahr ohne würde uns nicht guttun". Doch Ole Werners Mannschaft punktet nicht mehr so verlässlich wie zu Saisonbeginn. Es sieht eher danach aus, als sollten sich die Leipziger Fans in der nächsten Saison die Donnerstage für die Europa League freihalten. Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen? Heidenheim gegen Stuttgart. Die Bilanz dieses schwäbischen Duells ist nahezu ausgeglichen. Von neun Spielen gewann der VfB vier, der FCH drei. Doch das Heidenheimer Märchen scheint im dritten Bundesligajahr zu enden. Die Mannschaft von Frank Schmidt ist Schlusslicht in allen relevanten Disziplinen: Die wenigsten Tore geschossen, die meisten kassiert, Tabellenletzter, sogar schlechteste Heimmannschaft. Und jetzt kommt der VfB, der gerade den Celtic Park leer geschossen hat und im Play-off-Hinspiel in der Europa League 4:1 siegte. Den Heidenheimern wird nichts anderes übrigbleiben, als den Ball bei jeder Gelegenheit so weit aus der Voith-Arena zu dreschen, dass er erst in der nächsten Postleitzahl wieder runterkommt. Direkt nördlich wäre das Königsbronn (89551), die Variante westlich heißt Steinheim am Albuch (89555). Wer steht im Blickpunkt? Albert Riera. Ein Übermaß an Minderwertigkeitskomplex kann man dem Frankfurter nicht vorwerfen. Seine Spieler würden vom Balkon springen, wenn er es anordne, hatte er zum Einstand versprochen. Seine Sprüche wecken Argwohn im deutschen Fußball. Bei Sandro Wagner fanden das zumindest anfangs ganz viele ganz toll (Der ist noch ein echter Typ!), dem Spanier hingegen wünschen einige die erste Niederlage. "Als Spieler hätte ich so meine Probleme mit dem", sagte Max Kruse in seinem Podcast, "es ist auch ein bisschen zu viel Show". Viele andere halten ihre Häme noch zurück, am Samstag jedoch könnte ihre Zeit gekommen sein. Dann spielt die Eintracht in München, und Harry Kane steht bereit für neue Elfmetertore.