Zeit 05.02.2026
18:56 Uhr

Bundeskanzler: Merz stellt engere Rüstungskooperation mit Golfstaaten in Aussicht


Der Bundeskanzler würdigt die Golfstaaten bei seiner Auslandsreise als zuverlässige Partner. Eine Kooperation im Rüstungssektor liege im gemeinsamen Interesse.

Bundeskanzler: Merz stellt engere Rüstungskooperation mit Golfstaaten in Aussicht
Bei seiner Reise in die Golfregion hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine engere Rüstungskooperation mit den dortigen Staaten in Aussicht gestellt. In Katars Hauptstadt Doha würdigte Merz Länder wie Katar und Saudi-Arabien als "zuverlässige Kooperationspartner". Er sagte, sie könnten sich "darauf verlassen, dass wir auch in der Rüstungszusammenarbeit etwas intensiver arbeiten als in den letzten Jahren". Das liege im "gegenseitigen Interesse". "Wir wollen dafür sorgen, dass die Welt sicherer wird", sagte Merz. "Sie wird nur dann sicherer, wenn wir uns auch verteidigen können." Bereits im vergangenen Sommer habe die Bundesregierung Beschränkungen bei der Lieferung von Eurofightern gelockert. Zugleich verwies der Kanzler darauf, dass bei deutschen Rüstungsexporten in die Region künftig auch eine Einzelfallprüfung erfolge. Merz war am Mittwoch nach Saudi-Arabien geflogen, wo er Kronprinz Mohammed bin Salman traf . Anschließend besuchte er Katar. Letzte Station seiner Reise in der Golfregion sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit den Emiraten hat Deutschland bereits seit 2004 eine strategische Partnerschaft, bei der es um eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Energie geht. Merz sprach "hinter verschlossenen Türen" über Menschenrechte In Katar traf Merz unter anderem den Emir des Golfstaates, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani. Katar sei für die Bundesrepublik ein "sehr verlässlicher Partner", es gebe eine "sehr starke Zusammenarbeit", sagte der Bundeskanzler. Merz verwies unter anderem auf Flüssiggas-Lieferungen aus Katar. Auch sei der erste Abschiebeflug nach Afghanistan in seiner Regierungszeit von Doha aus verhandelt worden, betonte der Kanzler. "Dafür will ich ganz herzlich danken." Merz sprach bei seinen Treffen in der Golfregion nach eigenen Angaben auch das Thema Menschenrechte an. Auf Nachfrage der mitreisenden Journalisten wollte der CDU-Politiker darauf aber nicht näher eingehen. "Darüber habe ich in allen Gesprächen gesprochen", sagte der Kanzler. "Aber ich mache das hier nicht öffentlich, sondern ich spreche mit meinen Gesprächspartnern hinter verschlossenen Türen über diese Themen." Seine Meinung zu dem Thema sei bekannt, sagte Merz. Bei der Reise von Merz geht es auch darum, Deutschland international abseits der Beziehungen zu den USA und zu China breiter aufzustellen. Die durch ihre Ölvorkommen reichen Länder der Golfregion sind beliebte Investoren und Kunden deutscher Unternehmen. Zudem hofft die Bundesregierung auf mehr Flüssigerdgas (LNG) von dort, um ihre Lieferkette breiter aufzustellen. Insbesondere hinsichtlich der Klimapolitik, der Geopolitik und den Menschenrechten gibt es allerdings Differenzen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren etwa die hohe Zahl von Hinrichtungen in Saudi-Arabien.