Zeit 02.12.2025
17:27 Uhr

Bundesaufnahmeprogramme: 193 weitere Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland angekommen


Die Evangelische Kirche kritisiert die Blockadehaltung der Bundesregierung bei den Aufnahmezusagen für Afghanen. Unterdessen kommen weitere Betroffene in Deutschland an.

Bundesaufnahmeprogramme: 193 weitere Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland angekommen
Im Zuge der Zusagen über die Bundesaufnahmeprogramme sind 193 weitere Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland eingereist. Sie seien in eine Erstunterkunft nach Friedland bei Hannover gebracht worden, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit. An Bord des Flugzeugs waren demnach 104 Frauen und 89 Männer. Den Betroffenen war eine Einreise nach Deutschland im Rahmen der Aufnahmeprogramme zugesagt worden, die die Bundesregierung nach der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan im Sommer 2021 aufgesetzt hatte. Mehr als 1.700 Menschen aus diesen Programmen warten weiterhin in Pakistan und Afghanistan auf ihren Flug nach Deutschland, oft seit vielen Monaten. In den vergangenen Monaten hatten pakistanische Behörden wiederholt damit gedroht, die Betroffenen zurück nach Afghanistan abzuschieben. Im Herbst wurde die Frist ein letztes Mal bis Ende des Jahres verlängert. Evangelische Kirche will Klagen mit 100.000 Euro unterstützen Unterdessen gab die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bekannt, Klagen von Afghanen mit Aufnahmezusage mit insgesamt 100.000 Euro unterstützen zu wollen. Das Geld soll demnach an die Organisation Kabul Luftbrücke gehen, die eine Reihe von Verfahren gegen die Bundesregierung organisiert hatte. In einer Pressemitteilung bezeichnete die Organisation den jüngsten Charterflug nach Deutschland als "Etappensieg". Die EKD äußerte zudem Kritik am Vorschlag der Bundesregierung, Betroffene sollten gegen Geld auf die Einreise nach Deutschland verzichten . "Wer die Menschenwürde ernst nimmt, kann doch nicht ernsthaft verlangen, dass gefährdete Menschen ihre Sicherheit, ja ihr Leben gegen Geld eintauschen", sagte der Bischof und Flüchtlingsbeauftragte der EKD, Christian Stäblein. Solche Angebote seien "untragbar für die Betroffenen – und sie beschädigen unsere eigene Würde". Die Aufnahmeprogramme, über die unter anderem ehemalige Ortskräfte unbürokratisch Schutz in Deutschland erhalten sollten, waren früh ins Stocken geraten. Im Mai hatte sich die schwarz-rote Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Aufnahmeprogramme wie das für Afghanen gänzlich zu beenden. In vielen Fällen bestehen allerdings rechtsverbindliche Zusagen.