Zeit 28.11.2025
15:38 Uhr

Bundesaufnahmeprogramm: Flüge mit 71 Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland gelandet


Zum zehnten Mal seit Antritt der Koalition sind Flieger aus Afghanistan in Deutschland gelandet. Gerichte hatten zuvor den Druck auf die Bundesregierung erhöht.

Bundesaufnahmeprogramm: Flüge mit 71 Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland gelandet
Insgesamt 71 Afghaninnen und Afghanen aus den Bundesaufnahmeprogrammen sind mit Linienflugzeugen nach Deutschland eingereist. Die Männer und Frauen seien aus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad kommend in Hannover und Berlin gelandet, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit. Alle 71 hätten zuvor eine rechtsverbindliche Zusage zur Einreise erhalten und das Aufnahmeverfahren sowie eine Sicherheitsprüfung vollständig durchlaufen, hieß es weiter. Bei acht der Eingereisten lag demnach zudem ein Gerichtsbeschluss vor, der Deutschland verpflichtete, die Einreise zu ermöglichen und die erforderlichen Visa auszustellen. Es ist das zehnte Mal seit Antritt der amtierenden Bundesregierung, dass Afghanen aus den Aufnahmeprogrammen nach Deutschland reisen. Insgesamt warten noch knapp 1.900 Menschen aus verschiedenen Aufnahmeprogrammen in Islamabad, oft seit vielen Monaten. Die Bundesregierung stoppte das Aufnahmeprogramm Nach der Machtergreifung der Taliban im Jahr 2021 hatte die Ampelregierung mehrere Aufnahmeprogramme aufgesetzt. Sie sollten es besonders schutzbedürftigen Gruppen und ehemaligen Ortskräften in Afghanistan ermöglichen, schnell und unbürokratisch Schutz in Deutschland zu erhalten. Allerdings stockte die Aufnahme von Anfang an. Die Bundespolizei machte Sicherheitsbedenken geltend, Menschenrechtsorganisationen sprachen von vorgeschobenen Gründen . Im Mai einigte sich die schwarz-rote Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag darauf, Aufnahmeprogramme wie das für Afghanen gänzlich zu beenden. Allerdings bestehen in vielen Fällen bereits rechtsverbindliche Zusagen an die Menschen. Die Bundesregierung hat wiederholt betont, dass sie sich an diese Zusagen gebunden fühlt. Trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Gerichten wurde allerdings bis heute nur ein Bruchteil der Betroffenen ausgeflogen . Seit Juni 2023 finden die Aufnahmeverfahren in Pakistan statt. Dort müssen die Wartenden trotz Aufnahmezusage damit rechnen, von Sicherheitskräften aufgegriffen und zurück nach Afghanistan abgeschoben zu werden. Die pakistanische Regierung hat in den vergangenen Monaten wiederholt entsprechende Absichten geäußert. Zuletzt verlängerte sie die Frist dafür bis zum Jahresende.