Zeit 02.06.2026
18:20 Uhr

Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsagentur befürchtet bis 2030 Schulden von 23 Milliarden


Wegen der schwachen Lage am Arbeitsmarkt könnte die BA mehr Schulden machen als bislang angenommen. Allein 2026 droht ein Defizit von ​mehr als acht Milliarden Euro.

Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsagentur befürchtet bis 2030 Schulden von 23 Milliarden
Der Bundesagentur für Arbeit (BA) droht in diesem Jahr ein Defizit von mehr als acht Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2030 könnten ​die Schulden auf rund 23 ⁠Milliarden Euro anwachsen. Das geht ​aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Bericht für ⁠den Haushaltsausschuss des ​Bundestages hervor. Grund für die Prognose ist die schwache Lage auf dem Arbeitsmarkt – also die voraussichtlich höheren Arbeitslosenzahlen im Jahresdurchschnitt, die zu höheren Ausgaben beim Arbeitslosengeld führen. In der Etatplanung war die Behörde noch von einem Fehlbetrag von knapp vier Milliarden Euro für das gesamte Jahr 2026 ausgegangen. Die Lücke muss die Behörde über ein Darlehen des Bundes schließen, wenn der ⁠Beitragssatz zur ​Arbeitslosenversicherung unverändert bleibt. Deutlich mehr Arbeitslose erwartet In der kommenden Woche soll über die Finanzentwicklung ‌bei der BA ‌beraten werden. Die Behörde rechnet auch in den ​kommenden Jahren mit einem Defizit, das im Jahr 2030 demnach 2,7 Milliarden Euro betragen ​könnte. Grundlage für die Berechnungen ist die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung mit deutlich verschlechterten Aussichten für die Konjunktur und ‌den Arbeitsmarkt. Während im Herbst noch mit ​einem Abbau bis 2030 auf 2,742 Millionen Arbeitslose ⁠gerechnet worden ​sei, liege die aktuelle Projektion ‌bei 2,828 Millionen, schreibt die BA in der internen Vorlage: »Auf Basis dieser ‌Projektion ist ein positiver Haushaltssaldo nicht darstellbar.« Im Mai betrug die Arbeitslosenquote 6,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im April, aber auch 0,1 Punkte höher als im Mai 2025. Eine Trendwende zum Positiven ist nach ​Einschätzung der Behörde aber weiter nicht in Sicht. BA-Chefin Andrea Nahles sprach von einer Frühjahrsbelebung, die »nicht wirklich in Fahrt gekommen« sei.