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20.11.2025
18:55 Uhr
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Abdelrahim Hamdan Daglo ist der Bruder des RSF-Anführers im Sudan. Unter ihm soll die Miliz Kriegsverbrechen in Al-Faschir begangen haben. Die EU reagiert mit Sanktionen.

Wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen im Sudan hat die EU Sanktionen gegen einen hochrangigen Kommandeur der paramilitärischen Gruppe der Rapid Support Forces (RSF) verhängt. Wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte, wurde der stellvertretende Befehlshaber der Miliz, Abdelrahim Hamdan Daglo, auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Ihm wird vorgeworfen, Tötungen und Hinrichtungen von Zivilisten befohlen zu haben. Auch seien die Gräueltaten der RSF in Al-Faschir unter Daglos Kommando verübt worden. EU-Sanktionen gegen Personen sehen neben Einreiseverbot auch vor, die Gelder und sonstigen wirtschaftlichen Ressourcen der Betroffenen einzufrieren. Kallas bezeichnete die Entscheidung als "ein Signal, dass die internationale Gemeinschaft diejenigen zur Rechenschaft ziehen wird, die verantwortlich sind". Zugleich kündigte sie an, diplomatischen Kontakt zu den Unterstützern der Kriegsparteien aufnehmen zu wollen, um auf ein Ende des Bürgerkriegs hinzuarbeiten. Mutmaßliche Kriegsverbrechen in Al-Faschir Daglo ist der Bruder des RSF-Anführers Mohammed Hamdan Daglo und wurde bereits im September 2023 von den USA mit Sanktionen belegt. US-Präsident Donald Trump hatte nach einem kürzlichen Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman angekündigt, den Krieg im Sudan beenden zu wollen. Saudi-Arabien unterstützt die sudanesische Regierung, wohingegen die RSF mutmaßlich von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird. Die VAE weisen das jedoch zurück. Im Sudan herrscht seit April 2023 ein Bürgerkrieg zwischen der Regierungsarmee SAF und der RSF-Miliz. Im Oktober nahmen Truppen der RSF die lang umkämpfte Stadt Al-Faschir ein, in der sich zu dem Zeitpunkt noch um die 260.000 Geflüchtete aufgehalten haben sollen . Hilfsorganisationen zufolge kam es nach der Eroberung der Stadt zu massenhaften, schweren Verbrechen wie Vergewaltigungen, Folter, Massenhinrichtungen und Tötungen von Zivilisten. Eine UN-Erkundungsmission soll das Ausmaß der mutmaßlichen Kriegsverbrechen untersuchen. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Krieg im Sudan als die derzeit größte humanitäre Krise der Welt. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden infolge der Kämpfe vertrieben oder sind geflohen. Rund 21,2 Millionen Menschen (45 Prozent der Bevölkerung) sind laut dem Welternährungsprogramm von akutem Hunger bedroht.