Zeit 04.01.2026
05:47 Uhr

Bürgerkrieg im Jemen: Regierungstruppen im Jemen erobern ölreiches Gebiet zurück


Ein von Saudi-Arabien unterstütztes Militärbündnis hat die Region Hadramaut unter Kontrolle gebracht. Nun erklären sich auch Separatisten im Süden zu Gesprächen bereit.

Bürgerkrieg im Jemen: Regierungstruppen im Jemen erobern ölreiches Gebiet zurück
Im Jemen hat ein von Saudi-Arabien unterstütztes Militärbündnis nach jemenitischen Angaben die ölreiche Region Hadramaut zurückerobert. Nach dem militärischen Vorstoß erklärten sich Separatisten, die im Süden des Jemen für Unabhängigkeit kämpfen, am Samstag zu Gesprächen bereit. Beobachter werten dies als Zeichen, dass der ungewohnt offene Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Bürgerkriegsland Jemen zu Ende gehen könnte. Die beiden Golfmächte unterstützen rivalisierende Kräfte in der jemenitischen Regierung im Krieg gegen die Huthi-Rebellen, die wiederum vom Iran unterstützt werden. Saudi-Arabiens Truppen erzielten "Rekorderfolg" Die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte hätten bei dem am Freitag gestarteten Einsatz einen "Rekorderfolg" gegen die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC-Miliz erzielt, teilte der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrates, Raschad al-Alimi, mit. Das Militärbündnis habe "alle Militär- und Sicherheitsstellungen in der Provinz" an der Grenze zu Saudi-Arabien zurückerobert. Zwei Militärvertreter der jemenitischen Regierung hatten zuvor der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, dass sich auch die angrenzende Region Mahra und deren Streitkräfte widerstandslos auf die Seite der von Saudi-Arabien unterstützten Truppen gestellt hätten. Die von den Emiraten unterstützte STC-Miliz gehört zwar formal der international anerkannten Regierung des Jemen an. Sie streitet aber seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand. Separatisten stimmen Dialog zu Nach dem militärischen Rückschlag verkündete die STC-Miliz, sie begrüße Saudi-Arabiens Einladung zu Gesprächen in Riad. Das saudische Außenministerium hatte diese angesetzt, um "alle südlichen Gruppierungen zusammenzubringen, um die richtigen Lösungen für die Sache des Südens zu diskutieren". In einer Erklärung bezeichnete die Miliz die saudische Initiative als "echte Chance für einen ernsthaften Dialog". Um die ‌diplomatischen Bemühungen zu unterstützen, traf sich zudem Tarek ⁠Saleh, ein Mitglied des ​jemenitischen Präsidialrates, mit dem saudischen Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman. Zuvor hatten die ⁠von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen die wichtige Hafenstadt Mukalla und weitere Gebiete von den Separatisten zurückerobert. Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Emiraten Eine Blitzoffensive der STC-Miliz im Dezember hatte zu einem offenen Bruch zwischen den einstigen Verbündeten Saudi-Arabien und den Emiraten geführt. Beide Länder führen eigentlich ‌eine Militärkoalition an, die ​im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Doch im Dezember hatten die Separatisten die ölreiche und an Saudi-Arabien angrenzende Provinz Hadramaut sowie auch Teile der benachbarten Provinz Mahra an der Grenze zum Oman unter ihre Kontrolle gebracht. Saudi-Arabien, das die international anerkannte Regierung stützt, hatte den Emiraten vorgeworfen, den STC zu der Offensive gedrängt zu haben. Die Emirate dementierten dies.⁠ Saudi-Arabien bombardierte daraufhin eine Basis und forderte ⁠den Abzug der verbliebenen VAE-Truppen. Der Jemen ist seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch gespalten in einen von den Huthis kontrollierten Norden und den Süden, den das fragmentierte Regierungsbündnis kontrolliert.