Zeit 15.12.2025
14:23 Uhr

Bruttoinlandsprodukt: Bessere Bildung könnte Deutschland laut ifo Billionen Euro einbringen


Deutschlands Wirtschaftsleistung könnte durch eine bessere Bildung um mehrere Billionen Euro wachsen. Eine Modellrechnung des ifo nennt drei Faktoren, damit das gelingt.

Bruttoinlandsprodukt: Bessere Bildung könnte Deutschland laut ifo Billionen Euro einbringen
Das Institut für Information und Forschung (ifo) hat berechnet, dass eine bessere Bildung in Deutschland die Wirtschaftsleistung um mehrere Billionen Euro erhöhen könnte. Laut der Modellrechnung, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt wurde, könnte 50 Jahre nach einer ersten Investitionsphase ein Wachstum von 6,7 Billionen Euro erreicht werden. Nach 80 Jahren könnte sogar ein Wachstum von 20,9 Billionen Euro erreicht werden, da der Effekt nicht linear sei, argumentieren die Experten des Instituts. Eine solche Steigerung entspräche dem Fünffachen des aktuellen Bruttoinlandsprodukts. Auf die einzelnen Bundesländer aufgeteilt würde etwa die Wirtschaftsleistung von Nordrhein-Westfalen langfristig um 4,9 Billionen Euro wachsen. Baden-Württembergs BIP würde um drei Billionen steigen, in Bayern betrüge das Wachstum 2,8 Billionen Euro. Bildungsziele politisch bereits gefordert Um diesen Effekt zu erzielen, müssten dem Rechenmodell zufolge drei Faktoren verändert werden: Die Zahl der Schüler, die die Mindestanforderungen in Mathematik und Deutsch nicht erreichen, müsse halbiert werden. Die Zahl der Schüler, die die Regelstandards erreichen, müsse um 20 Prozent steigen und die Zahl der Schüler, die die Optimalstandards erreichen, müsse um 30 Prozent steigen. Die Faktoren entsprechen den sogenannten Bildungszielen 2035, die Anfang 2025 parteiübergreifend von Bildungsministerinnen und -ministern formuliert wurden. Mit dazu gehörten die damalige Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und heutige Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU), die damalige Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz und heutige Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Theresa Schopper (Grüne). Mit diesen Veränderungen würde das Kompetenzniveau deutscher Schülerinnen und Schüler um 32 Pisa-Punkte steigen, teilte die Bertelsmann-Stiftung mit. "Unser Land würde jedes Jahr Milliarden an potenziellem, zusätzlichem Wohlstand generieren, wenn mehr junge Menschen besser lesen, schreiben und rechnen könnten", sagte Dirk Zorn, Bildungsdirektor der Stiftung.