Zeit 25.01.2026
12:55 Uhr

Britische Polizei: Großbritannien plant neue landesweite Polizeibehörde


Die Regierung in London hat Pläne zur Schaffung eines "britischen FBI" vorgestellt. Landesweite Ermittlungen sollen so künftig in einer Polizeibehörde gebündelt werden.

Britische Polizei: Großbritannien plant neue landesweite Polizeibehörde
Die britische Regierung will landesweite Ermittlungen künftig unter einer Polizeibehörde bündeln. Die Pläne für die Schaffung eines "britischen FBI" würden in dieser Woche vorgestellt, kündigte die Regierung an. Die neue Behörde soll die Leitung komplexer Ermittlungen in Bereichen wie Terrorismusbekämpfung , Betrug, Online-Kindesmissbrauch und Bandenkriminalität übernehmen. Die Arbeit der bestehenden Behörden für die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität sowie regionale Einheiten gegen organisierte Kriminalität in England und Wales werden künftig unter dem Dach des Nationalen Polizeidienstes (National Police Service oder NPS) vereint. Das Innenministerium kündigte die neue Behörde als "größte Polizeireform" seit der Gründung moderner Polizeibehörden im Land vor zwei Jahrhunderten an. Der derzeitige Aufbau der Polizeibehörden war in Großbritannien zuletzt in die Kritik geraten. Der Leiter der Londoner Metropolitan Police, Mark Rowley, hatte "überfällige" Reformen eingefordert und die aktuelle Strukturierung der Polizeibehörden in einem Interview als "eine Art überbürokratisches, kompliziertes, verwickeltes Spaghetti-System" bezeichnet. Kostengünstigere Behörde Innenministerin Shabana Mahmood sagte, die neue Behörde werde die 43 lokalen Polizeitruppen in England und Wales entlasten und ihnen ermöglichen, sich ausschließlich auf die alltägliche Kriminalität in ihren Zuständigkeitsbereichen zu konzentrieren. Der Chef des neuen NPS wird den Plänen zufolge der höchstrangige Polizist ganz Großbritanniens. Die Zusammenlegung zu einer nationalen Polizeibehörde werde zudem Kosten sparen. Die vollständigen Vorschläge sollten dem Parlament am Montag vorgestellt werden. Zu den erwarteten Änderungen gehören die Reduzierung der Polizeikräfte in England und Wales sowie Reformen bei der Rekrutierung von Polizeibeamten. Für Aufsehen gesorgt hatte zuletzt, dass die britischen Behörden offenbar mehrfach irrtümlich Gefangene vorzeitig aus der Haft entlassen haben. Nach Angaben der Justizbehörden wurden in England und Wales von Mitte 2024 bis März 2025 insgesamt 262 Häftlinge irrtümlich freigelassen. Dies waren knapp 130 Prozent mehr als in den zwölf Monaten zuvor.